Auf unserem Sonntagsnachmittagsausflug bei novemberlichem Sonnenschein und akzeptablen 14 Grad sind wir heute auch an einem Weihnachtsmarkt vorbeigekommen. Die Buden und Karussells waren zwar heute wegen des Totensonntags geschlossen, aber eröffnet worden war dieser Weihnachtsmarket schon vor ein paar Tagen. Eine kurze Recherche im Internet genügte, und ich wußte, dass auch in diesem Jahr die meisten Großstädte, wie z.B. Köln, Düsseldorf, Bonn, Berlin, Frankfurt und Hamburg, und viele kleinere Orte ihre Weihnachtsmärkte wieder bereits vor dem Totensonntag eröffnet haben.
Auch wenn mich das religionsmäßig nicht betrifft, so bedauere ich es sehr, dass viele Menschen hierzulande ihrer christlichen Tradition so gleichgültig gegenüberstehen. Ein Weihnachtsmarkt, der bereits im November lange vor der Adventszeit beginnt, ist doch nur eine kommerzielle Veranstaltung, der mit der Weihnachtszeit an sich nichts mehr zu tun hat. Sicher liegt die Schuld dafür zum großen Teil bei den Händlern, die ein Interesse an einem möglichst langen Weihnachtsmarkt haben. Mitschuld haben aber auch die zahlreichen Besucher, die bereitwillig schon vor dem Totensonntag auf die Weihnachtsmärkte strömen.
Der fünf- bis sechswöchige Weihnachtsmarkt scheint immer mehr zur Norm zu werden. In einigen Jahrzehnten wird dann wohl, so fürchte ich, kaum noch jemand wissen, dass ein Weihnachtsmarkt traditionellerweise nur in der vierwöchigen Adventszeit vor Weihnachten stattfindet. Und das wäre ein weiterer Schritt hin zur totalen Säkularisierung des Lebens und zum Verlust traditioneller Werte hier im Lande.
Eure Anna
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