Zumindest Nichtjuden können in Israel möglicherweise bald eine Zivilehe eingehen. Wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet, haben sich das Justizministerium und der sephardische Oberrabbiner Shlomo Amar gerade auf einen Gesetzesvorschlag zur zivilen Eheschließung für solche Paare geeinigt, in denen beide Partner nach der Halacha Nichtjuden sind und keiner anderen Religion angehören. Solche Paare haben ja bislang in Israel bekanntlich keine Möglichkeit, die Ehe zu schließen und müssen für die Hochzeit ins Ausland reisen. In Anbetracht der Tatsache, dass mittlerweile über 200.000 Staatsbürger in Israel nicht heiraten können, ist eine Beseitigung dieses Missstandes auch dringend erforderlich. Bedauerlich ist nur, dass die Lösung darin bestehen soll, nur nichtjüdische Paare zur zivilen Eheschließung zuzulassen und gemischte Ehen zwischen nichtjüdischen und jüdischen Partnern weiterhin außen vor zu lassen. Das ist doch nichts Halbes und nichts Ganzes. All den Israelis, Juden wie Nichtjuden, die eine gemischte Ehe eingehen wollen, bleibt so die Eheschließung im eigenen Land nach wie vor verwehrt. Von Gleichberechtigung oder gar echtem Fortschritt in Sachen Bürgerrechte kann hier also noch lange keine Rede sein. Trotz allem: vielleicht ist dieser Gesetzesvorschlag der erste Schritt auf dem Weg zur echten Zivilehe in Israel.
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