Es hat ein paar Wochen gedauert, bis es auch mir aufgefallen ist: das Palästinensertuch ist wieder im Trend. Irgendein Designer scheint dieses geschichtsträchtige Kleidungsstück aus der Versenkung ausgegraben und zum Mode-Accessoire der Saison erklärt zu haben. Jedenfalls sieht man wieder viele Jugendliche auf den Straßen, die sich ihren Hals mit diesen schwarz-weiß, rot-weiß oder sonstwie zweifarbig bunt gewürfelten Tüchern wärmen. So politisch desinteressiert wie die Jugendlichen heutzutage sind, sind sich die meisten jungen Tuchträger wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass sie sich mit einem starken politischen Symbol, mit dem Symbol der Solidarisierung mit den Palästinensern im Kampf gegen den Staat Israel, schmücken. Aber ob der dahinterstehende Modeschöpfer auch so unpolitisch gedacht hat? Das wird einem wohl niemand beantworten können.


Dazu kann ich nur sagen: Das mag zwar in Europa politisches Symbol sein: Es ist aber eine traditionelle Kopfbedeckung. Was Europäer darin sehen ist dann eine andere Sache… . Eine Kipa bedeutet orthodox-radikal, ein Kopftuch ist ohnehin politisch, ein Kreuz ist evangelikal-amerikanisch, eine Frau im Sari hinduistisch und zur Witwenverbrennung verdammt und so weiter. Nur die Sicht der Europäer, die ist das einzig wahre und objektive auf dieser Welt…
Von: mummer am 30. Oktober 2007
um 20:56
Entschuldigung, aber es war nie wirklich mein Modetrend – kenne es aus den 70iger Jahren. Viele Teenies in meiner Schule haben es mit Parker getragen. Hatte eigentlich immer meinen eigenen Kopf u. viele Trends nicht mitgemacht.
Von: Netty am 31. Oktober 2007
um 17:03
SCHABBAT SCHALOM, liebe anna.
die naechsten zwei wochen in israel werde ich ziemlich verschiedene formen des schabbat erleben: bei einer modern-orthodoxen bekannten in har nof (jerusalem) und in der liberalen gemeinde beit daniel (tel aviv). ich freue mich immer wieder ueber die vielfalt juedischen lebens in israel …
herzliche gruesse,
grenzgaenger
Von: grenzgaenge am 1. November 2007
um 20:59
also ich denke es ist müßig, ständig dieses tuch zu thematisieren. denn wenn die leute so desinteressiert sind, dann hat das tuch objektiv diese bedeutung dann auch nicht. schließlich wird eine bedeutung von leuten gegeben.
es ist übrigens kein rein palästinensisches phänomen, auch kurden tragen es oder auch araber.
und das dieses tuch eine anti-israelische haltung ausdrückt ist eher eine legendenbildung, die von einigen linksradikalen vorangetrieben wird, z.b den antideutschen um die zeitschriften bahams und konret. denn es gibt keine quelle, die das wirklich belegt.
Chajm hat es neulich in seinem blog auch thematisiert, aber es ist schon ein alter hut und regt auch keinen auf.
und überhaupt, würde man mit so einem tuch sagen wollen, das man israel ganz dolle findet und die araber ziemlich scheiß, gäbe es hierzulande keine aufregung.
Von: Serdar am 4. November 2007
um 14:47
Das Palituch war immer und überall ein politisches Symbol!
http://www.freewebs.com/liberte-toujours/palituch.pdf
Das sollte genügen.
Von: Ephraim am 4. November 2007
um 15:04
Das ist absoluter Quatsch. Dieses Tuch ist älter als der Staat Israel.
Von: mummer am 10. November 2007
um 10:36
@mummer, wenn es Quatsch wäre, würde ich nicht meine Zeit investieren und darüber schreiben. Lies halt einfach mal hier nach:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kufiya
Das Hakenkreuz, um nur mal ein Beispiel zu nehmen, ist auch älter als der Nationalsozialismus. Trotzdem hat es zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte eine politische Symbolkraft bekommen und kann seither nicht mehr unpolitisch verwendet werden.
Von: Anna am 10. November 2007
um 18:01
Ich kenne zufällig Palästina und die Palästinenser mitsamt ihren Tarditionen mehr als gut. Und Hahnentritt ist hierzulande eine Modeerscheinung wie “Pfeffer und Salz”. Außerdem: Selbst wenn Träger hier zum Teil mit Palästinensern sympathisieren, ist das ein Problem? Damit stehen die Leute nicht automatisch gegen einen Friedensprozeß und eine Zweistaatenlösung.
Der Vergleich mit dem Hakenkreuz ist vollkommen überzogen, eine sogenannte Nazikeule. Wenn jemand mit Palis sympathisiert ist er Nazi?
Und Wiki als Quelle – ich bitte Dich!
Von: mummer am 11. November 2007
um 19:39
@mummer, die politische Bedeutung des Palästinensertuchs gehört zur gehobenen Allgemeinbildung, da gibt es gar nichts in Frage zu stellen oder zu bestreiten. Das kannst du an jeder Ecke nachlesen, das ist so bekannt und klar, dass es sogar Wikipedia richtig darstellt.
Der Vergleich mit dem Hakenkreuz ist Zufall, deine Schlussfolgerung daraus aber ist Blödsinn.
Von: Anna am 11. November 2007
um 22:09
“Kampf der Palästinenser gegen Israel” schreibst Du. Es geht um das Recht auf nationale Identität, und mancheiner solidarisiert sich mit den Vertriebenen. Ohne “Kämpfer” oder Militarist oder gegen Israel zu sein! Genauso wie sich viele mit Holocaustüberlebenden solidarisieren.
Ach, übrigens mal Ilan Pappe zu dem Thema gelesen? Da sind dann übrigens auch schon viele Palitücher in seinem Buch zu sehen, vor jedem “Kampf”.
Dann meine ich zu dem Thema: es liest sich auf die Art “jeder mit Pali-Tuch ist unser Feind und verfolgt uns”, wie sich auch hier die meisten Beiträge lesen.
Besträrkt dadurch, wenn Du “zufällig” solche Hakenkreuz-Vergleiche triffst: dann achte mal eben besser auf die Mitbedeutungen, die Du Beiträgen durch Deine zufälligen Vergleiche gibst.
Gruß von Mummer
Vertreter der friedlichen Zweistaatenlösung – Absoluter Gegner von Extremisten und Nationalisten
Von: mummer am 12. November 2007
um 13:05
@mummer, wenn ich jemals Lust haben sollte, den Nahostkonflikt mit deutschen “Experten” zu diskutieren, dann sage ich Bescheid.
Von: Anna am 12. November 2007
um 18:08