Die Arabisch-Übersetzer in Europa können sich freuen: seit gestern wird der zwölfsprachige EU-Reisepass in Libyen nicht mehr verstanden. Oder besser gesagt, nicht mehr akzeptiert, weil er keine arabische Übersetzung enthält. Ab sofort müssen Reisende aus Europa zusätzlich zum Visum eine beglaubigte Übersetzung ihres Passes ins Arabische mit sich führen. Und weil das quasi über Nacht angeordnet worden ist, haben mehrere Fluggesellschaften ihre Passagiere gestern wieder mit nach Hause nehmen müssen, nachdem ihnen die Libyer trotz gültigem Visum kurzerhand die Einreise verwehrt hatten.
Praktisch betrifft mich das ja nicht. Wir bekommen sowieso weder ein Visum für Libyen noch für die anderen Länder der Arabischen Liga, die Israelis und Israel-Touristen die Einreise verweigern. Trotzdem ist das wieder einmal eine unglaubliche Frechheit aus diesem Gaddafi-Land, über die mich als Inhaberin eines in aller Welt geschätzten EU-Reisepasses schon aufrege. Hoffentlich bleiben die europäischen Reisegruppen jetzt endlich wieder weg, hoffentlich geht der Tourismus in Libyen wieder in den Keller. Und ich bleibe bei meiner persönlichen Reisepolitik: grundsätzlich nur in Demokratien reisen, grundsätzlich nur in Länder reisen, in denen die Menschenrechte gewahrt werden, möglichst nicht in Länder reisen, die die Todesstrafe praktizieren.
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