Wir sind wieder da. Über zwei Wochen haben wir in Israel verbracht. In dieser Zeit haben wir das Land einmal komplett durchquert: vom Golan im Norden bis nach Eilat im Süden und von Jerusalem im Osten bis nach Ashqelon im Westen. Wir hatten eine tolle Zeit und haben alles gemacht, was wir uns vorgenommen hatten - die Familienbesuche, die Fahrt ans Rote Meer, die Einkäufe und Touren durch über zwanzig Nationalparks mit unserer nagelneuen Jahreskarte. Sogar ein Einbruch in unser Auto in Jerusalem samt Meldung bei der Polizei steht auf unserer Erlebnisliste.
Eine Eingewöhnungszeit habe ich auch diesmal nicht gebraucht. Ich fühle mich in Isarel auch heute noch wie zu Hause. Mit jeder Ecke in unserer Stadt und mit den meisten Orten im Land verbinde ich irgendetwas. Auch die Sprache, die Mentalitäten, das Essen, die Währung, der Fahrstil, die Staus, der Trubel in den Einkaufszentren nach Schabbat-Ende, die Straßensperren um Eilat, die Taschenkontrollen vor Einkaufszentren, das Fernsehprogramm, das Nummernziehen bei Behörden und Banken, das Klima - all das und vieles mehr ist mir vertraut. Schon wenn ich mich in Frankfurt ins Flugzeug setze, fühle ich mich angekommen, und spätestens ab Ankunft in Tel Aviv höre ich auch kein Wort Deutsch mehr.
Und trotzdem lande ich jedesmal wieder am gleichen Punkt: nach einiger Zeit wird mir das Leben in Israel zu eng. Israel ist wie eine Insel. Man kann sich nicht ins Auto setzen und einfach Tausende von Kilometern irgendwohin fahren kann. Man kann Israel noch nicht einmal mit dem Auto verlassen. Ich bin aber kein Insel-Typ. Wenn wir nach der Landung in Frankfurt wieder über unsere breiten Straßen nach Hause fahren, dann vermisse ich Israel ganz schrecklich und bin doch froh, wieder im riesengroßen Europa angekommen zu sein.
Euch allen ein gutes neues Jahr 2008!
Anna
