Ich bin zu sehr israelisch sozialisiert. Das hat mir heute eine deutsche Bekannte erklärt, nachdem ich ihr erzählt hatte, dass ich gerade aus Israel zurückkomme und dort zwei richtig gute Wochen verbracht habe. Ob es denn keine anderen Urlaubsziele mehr gäbe, ob ich die besonderen Gefahren einer Israel-Reise denn überhaupt nicht mehr bedenken würde und ob ich etwa meinem Mann zuliebe in dieses ”Land im Kriegszustand” reisen würde, hat sie mich sichtlich erschüttert gefragt. Dass ich freiwillig und völlig angstfrei (was denn auch sonst?) dorthin gefahren bin, hat sie mit einem verständnislosen Kopfschütteln und der Diagnose der “israelischen Sozialisation” quittiert - wobei ich das verständnislose Kopfschütteln von Nichtjuden mittlerweile auch schon als Standard-Reaktion erwarte.
Wahrscheinlich muss ich einfach mal wieder die Israel-Berichterstattung im deutschen Fernsehen beobachten. Was wird denn da bloß gezeigt und erzählt, so dass sich sogar eine weitgereiste und gebildete Frau wie eben diese Bekannte ein “Land im Kriegszustand” vorstellt und mir solche Fragen stellt, die sich eher nach Irak anhören - inklusive ”Nicht ohne meine Tochter”-Szenario.
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