Verfasst von: Anna | 21. November 2006

Giur: Gedanken zum Film „Der Weg ins Judentum – Erfahrungsberichte deutscher Konvertiten“

In dem Film „Der Weg ins Judentum – Erfahrungsberichte deutscher Konvertiten“, der auf www.papdam.net zu sehen ist, erzählen drei deutsche Konvertiten von ihrem Weg ins Judentum. Der Film beginnt auf dem Eisernen Steg in Frankfurt. Es ist ein kalter Wintertag, an dem nur wenige Menschen auf der Brücke unterwegs sind. Dann erzählen Chana Batya, Avichai Meir und Nethanel ausführlich über ihren Übertritt zum Judentum, die Reaktionen ihrer Umwelt, ihr Verhältnis zu Israel und ihr Leben mit dem Judentum im Alltag. Bei allen drei Protagonisten hat man den Eindruck, dass sie voll und ganz im Judentum angekommen sind, dass sie jüdisches Denken und Fühlen entwickelt haben und sich eine jüdische Identität aufgebaut haben.

„Der Weg ins Judentum“ zeigt sehr schön, wie weit der Weg ins Judentum für einen Nichtjuden ist. Vor dem Untertauchen in der Mikwe und der Beschneidung steht ein langer Entwicklungsprozess. Wie beim Gang über eine Brücke lässt man die eine Seite hinter sich, lange bevor man auf der anderen Seite ankommt. Auf der Brücke selbst ist man dann mit sich und der zu treffenen Entscheidung allein. Dieses temporäre Alleinsein ist aber nicht schlecht, im Gegenteil, es ist notwendig, um diese weitreichende Entscheidung (die, wenn man sie ernst nimmt, die eigene Persönlichkeit und das ganze Leben verändern wird)  unbeeinflusst treffen zu können. Die drei Konvertiten im Film sind jedenfalls, wie es scheint, gut und wohlbehalten auf der anderen Seite, sprich im Judentum, angekommen.

Ich kann diesen Film all jenen empfehlen, die sich einmal einen Eindruck aus erster Hand über halachisch einwandfreie Motive für und Übertritte ins Judentum verschaffen wollen.

Eure Anna

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Responses

  1. Hallo Anna, ein schön geschriebenes Feedback. Was meinst du, sollten wir mehr Filme dieser Art produzieren? Beste Grüße aus Frankfurt am Main.
    Josh – Admin von papdam.net

  2. Hi Josh,

    die meisten deutschsprachigen Dokumentationen über jüdische Themen sind ja bislang nichtjüdische Produktionen oder aber richten sich in erster Linie an ein nichtjüdisches Publikum. Deshalb halte ich Filme, die aus einer innerjüdischen Perspektive entstehen und die auch jüdischen Zuschauern noch etwas bringen, für besonders wichtig. Und das Internet bietet ja heute die besten Möglichkeiten, um solche Videos schnell und unkompliziert verbreiten zu können.

    Gruß
    Anna

  3. B“H

    Ich habe mir das Video gerade angeschaut und bin begeistert. Zuerst dachte ich, dass jetzt wieder die ueblichen Stories kommen, wie sie auf anderen Online – Sites su lesen sind. Aber falsch gedacht; die drei Interviewten waren sehr offen ueber ihre Gefuehle und ihren Giur.

    Dieses Video sollte unbedingt einmal im dt. TV gezeigt werden, denn ueber das Thema allgemein fehlen viele Informationen. Vielleicht wird es auch nur vermieden darueber zu reden.

    Miriam

  4. Hallo koennte mir jemand mal weiterhelfen und sagen wo ich diesen Video Bericht online noch finden kann…..auf der Webpage kann ich ihn leider nícht finden

    Besten dank

    Stefan

  5. Hallo Anna, hallo Miriam

    Mir geht es genauso wie Stefan, gefunden habe ich den Film nicht. Würde mich freuen, wenn mir, neun uns, also Stefan und mir jemand weiterhelfen könnte…

    Danke,

    Carsten

  6. Tja, bin selber fündig geworden, allerdings nicht auf papdam.net, sondern bei google.

    Probier’s mal mit

    http://www.talmud.de/cms/Der_Weg_ins_Judentum_Fi.305.0.html

    Gruß,

    Carsten


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