Verfasst von: Anna | 25. November 2006

Mission am Samstagabend

Gerade eben haben bei uns zwei Missionare geklingelt. Eine Frau und ein Mann, beide so um die 40, wollten mit uns „über etwas Wichtiges sprechen“.  Vom Schabbat noch etwas ausgeruhter als sonst, fragte ich die beiden, was es denn so Wichtiges gäbe, dass sie extra am Samstagabend bei Regen und Dunkelheit hier auftauchen würden. Das könnten sie mir so zwischen Tür und Angel nicht sagen, ob sie denn hereinkommen dürften, war die Antwort. Nein, natürlich nicht.

Ist diese Verschleierungstaktik neu? Früher hieß das doch immer „über die Bibel sprechen“ oder „über unseren Glauben reden“. Und seit wann sind die am Wochenende abends unterwegs?

Eure verblüffte Anna

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Responses

  1. Bei den Zeugen muss pro Monat eine bestimmte Quote abgearbeitet werden. Es ist gegen Monatsende, und da müssen sie sich wohl sputen vermute ich mal.

  2. Oijoi, ich habe so gar keine Ahnung von den Zeugen , obwohl es sie hier reichlich gibt, waren sie noch nie bei uns. Das einzigen traurige Erlebnis machte mal Yoram in seinem alten Komunalkindergaretn, das ein Mädchen was er sehr liebt mit 4 Jahren, nicht zu seiner Geburtstagsparty kommen durfte, nicht die zu hause und auch nicht die im Kiga. Warum, konnte keiner richtig erklären, die Eltern taten es nicht, das Mädchen und Yori waren tieftraurig. Wir erlauben unsern Kindern auch am Shabbes zu geburtstageinladungen zu gehen, wenn sie selber wollen. Wir wollen keine traurigen Kinderaugen.
    Shavua tov nach Dtschld.

  3. 😀 schoen geschrieben..

  4. B“H

    Wir hatten gestern bei einem Shabbat – Essen bei einem Rabbi eine Art Missionar. Er stand vor ca. 60 Leuten auf und begann ueber seine Liebe zu Israel zu reden. Jeder wusste irgendwie was folgen wuerde und das kam dann auch: G-tt waere auf dem Weg und er komme demnaechst wieder.
    Der Rabbi unterbrach ihn mit „Shabbat Shalom“ und damit war die Rede schnell beendet. Uebrigens war besagter Herr aus der Schweiz.

    Allgemein ist Jerusalem „das“ Pflaster fuer Missionare. Aus aller Welt stroemen sie ein und wollen die Juden bekehren. Oder retten, wie sie sagen. Alle Meshuggenen der Welt kommen hierher…..

    Miriam Woelke

  5. Hi Miriam,

    das ist ja DREIST! Ist Mission in Israel nicht sogar per Gesetz verboten??

    Shavua tov lach,
    Anna

  6. […] (angeregt, es doch zu erzählen, durch mittendrin) […]

  7. B“H

    Hi Anna,

    es ist gesetzlich nur verboten, Handzettel auszuteilen. Anreden darf aber jeder jeden. Und was glaubst Du, wieviele Missionare durch Jerusalem laufen. Ich habe darueber hier einiges erzaehlt:

    http://hamantaschen.blogspot.com/2006/11/der-neue-holocaust.html

    Und das, was ich dort schrieb, ist manchmal noch untertrieben. Es kommen total viele Leute, meistens christl. Missionare, aus aller Welt. Dann kriegst Du zu hoeren, dass ihnen die Stimme G-ttes befohlen hat, nach Jerusalem zu kommen und zu missionieren. Das Problem fuer die Missionare ist natuerlich die strenge Visa – Politik des Staates IL. Es gibt naemlich kaum noch Visa – Verlaengerungen und einfach mal fuer einen Tag nach Jordanien oder Aegypten reisen, bringt auch nur ein neues Visum fuer 1 und nicht mehr 3 Monate.
    Daher muessen sie immer alle 3 Monate bei Visa – Ablauf nach Griechenland, Zypern oder in die Tuerkei reisen. Etwas weiter also.
    Ich hoerte aber, dass viele Geld von den jeweiligen Kirchen bekommen.

    Aber es gibt das Gesetz, dass nach 5 Jahren hin und her reisens, es kein Visum mehr gibt und derjenige mind. 1-2 Jahre nicht mehr nach Israel einreisen darf.

    Das nur als Kurz – Info. Die Lachnummer ist uebrigens seit einiger Zeit eine als Messias verkleidete Amerikanerin, die mit einem Esel duch die Fussgaengerzone zieht und schreit, dass sie der Messias und die Koenigin von Israel sei.

    Miriam

  8. B“H

    Hier etwas zu lachen vom gestrigen Shabbat – Dinner:

    Mit Freunden war ich gestern abend bei einem Shabbat – Dinner bei einem Rabbi. Zusammen mit mind. 80 weiteren Leuten, darunter auch eine Nichtjuedin aus Daenemark. Wie gewohnt, kann jeder der Anwesenden kurze Ansprachen halten. Ueber relig. oder private Themen, aber nichts Politisches oder Mission.

    Die Daenin stand auf und nannte ein Thema in ihrer Ansprache, an welches ich noch nie dachte:

    Sie wuerde gerade das Buch Jonah lernen und es war ihr aufgefallen, dass als der Fisch Jonah ausspeite, Jonah nach Fisch stank, noch nicht einmal duschte und nach Ninveh ging, um die Leute zu warnen. Wie konnte er so verstunken nach Ninveh gehen ?

    Die Anwesenden fanden das ziemlich lustig und ich dachte mir, dass ihr dies vielleicht auch tut. Was es nicht alles fuer Leute gibt.:-)))

    Miriam

  9. Die Frau hat sich wohl ein paar zu tiefgründige Gedanken zu dem Thema gemacht :-))) Hab das gerade meinem Mann erzählt. „‚Ne meschiggene“, meinte er grinsend, und lässt dir viele Grüße nach Jerusalem ausrichten.

    Anna

  10. B“H

    Shavua Tov,

    es ist furchtbar was hier manchmal fuer Leute herumlaufen. Vor allem jetzt vor Weihnachten kommen die Chaoten. Es schlimm manchmal.

    Miriam


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