Verfasst von: Anna | 26. November 2006

Weihnachtsmärkte in Deutschland

Auf unserem Sonntagsnachmittagsausflug bei novemberlichem Sonnenschein und akzeptablen 14 Grad sind wir heute auch an einem Weihnachtsmarkt vorbeigekommen. Die Buden und Karussells waren zwar heute wegen des Totensonntags geschlossen, aber eröffnet worden war dieser Weihnachtsmarket schon vor ein paar Tagen. Eine kurze Recherche im Internet genügte, und ich wußte, dass auch in diesem Jahr die meisten Großstädte, wie z.B. Köln, Düsseldorf, Bonn, Berlin, Frankfurt und Hamburg, und viele kleinere Orte ihre Weihnachtsmärkte wieder bereits vor dem Totensonntag eröffnet haben.

Auch wenn mich das religionsmäßig nicht betrifft, so bedauere ich es sehr, dass viele Menschen hierzulande ihrer christlichen Tradition so gleichgültig gegenüberstehen. Ein Weihnachtsmarkt, der bereits im November lange vor der Adventszeit beginnt, ist doch nur eine kommerzielle Veranstaltung, der mit der Weihnachtszeit an sich nichts mehr zu tun hat. Sicher liegt die Schuld dafür zum großen Teil bei den Händlern, die ein Interesse an einem möglichst langen Weihnachtsmarkt haben. Mitschuld haben aber auch die zahlreichen Besucher, die bereitwillig schon vor dem Totensonntag auf die Weihnachtsmärkte strömen. 

Der fünf- bis sechswöchige Weihnachtsmarkt scheint immer mehr zur Norm zu werden. In einigen Jahrzehnten wird dann wohl, so fürchte ich, kaum noch jemand wissen, dass ein Weihnachtsmarkt traditionellerweise nur in der vierwöchigen Adventszeit vor Weihnachten stattfindet. Und das wäre ein weiterer Schritt hin zur totalen Säkularisierung des Lebens und zum Verlust traditioneller Werte hier im Lande.

Eure Anna

Advertisements

Responses

  1. B“H

    Ich denke einfach, dass es bei den Weihnachtsmaerkten ums Geschaeft geht. Je eher damit angefangen wird, desto mehr Geld kommt in die Kassen.

    In Israel gibt es keine Weihnachtsmaerkte, doch hat jetzt die Zeit der Sufganiot (Krapfen) begonnen. Das traditionelle „Essen“ fuer Chanukkah. Es gibt sie in allen Variationen und in allen Preislagen. Am begehrtesten sind Schokoladen u. Milch – Marmeladen – Fuellungen.

    Miriam

  2. Was lustiges zum Weihnachtsmarkt und dem vielen Lichtergehänge: O-Ton Yoram: Oh Mama sieh mal das sieht aber hier weinerlich aus. Naja hat er wohl nicht ganz unrecht der damals 6 jährige Kerl. Liebe Grüsse von der gesamten mischpoke

  3. So manch ein Weihnachtsmarkt besteht doch nur aus „Buden“ mit mehr oder weniger lieblos zusammengestelltem Krimskrams und „Fressbuden“ , an denen Leute stehen, die oft auf höchst unästhetische Art und Weise Essen in sich hineinschieben. – alles andere als adventlich oder vorweihnachtlich. Dazu das Beschallen mit diverser Weihnachtmusik , die „still und leise“ aus allen Ecken dröhnt. – Ich mag’s sie nicht. Vielleicht bin ich bis jetzt aber auch nur auf den „verkehrten“ gewesen.

  4. Liebe Anna,
    bin Lehrerin, 62 Jahre alt, und lebe in einer kleinen Stadt in NRW mit einem uralten jüdischen Friedhof; möchte aber zu deinem Beitrag über Weihnachtsmärkte etwas hinzufügen – und zwar einen Witz, oder eher eine traurige Geschichte, von der englischen jüdischen Schauspielerin Maureen Lipman erzählt: Ein Christ ging in einen Juwelierladen, weil seine Tochter konfirmiert werden sollte, und fragte nach einem Goldkreuzchen an einer Kette. Die junge Dame, die ihn bediente, schaute in eine Schublade und fragte: ‚Ich habe einige ziemlich normale, aber auch ein ganz hübsches, an dem ein niedlicher kleiner Mann hängt. Welches wollen Sie denn?‘ Nun würde ich mal meinen , dass jeder Christ und jeder Nicht-Christ in unserer Gesellschaft wissen sollte, was Christen zu Weihnachten feiern – bin mir aber nicht mehr sicher, wenn ich sehe, dass Weihnachtsplätzchen schon ab August (!) im Supermarkt verkauft werden, dass Weihnachtsdekorationen schon vor dem 1. Advent aufgehängt werden – und dass (möglichst teuere) Geschenke immer mehr im Vordergrund stehen. Vielleich gibt es auch irgendwann ein MP3-Player, an dem ein niedlicher kleiner Mann hängt?!
    Deine Seite finde ich sehr interessant; ich werde öfters vorbeischauen.
    Viele Grüße, Dale Komander

  5. wer wirklich denkt, dass es bei Weihnachtsmärkten um das Einstimmen auf ein besinnliches Fest geht war öchstwahrscheinlich uf noch keinem. Natürlich geht es da ums Geld!


Kategorien