Verfasst von: Anna | 27. November 2006

Israelfeindliche Propaganda in iranischen Schulbüchern

Kinder im Iran werden schon in der Grundschule systematisch gegen Israel aufgehetzt. In dem weitverbreiteten Persisch-Lesebuch „Farsi“ für die Grundschule üben die Schüler im zweiten Schuljahr zum Beispiel mit dem folgendem „Brief eines palästinensischen Jungen“ lesen und schreiben:

Farsi-Lesebuch für die zweite Klasse„Ich bin ein palästinensischer Junge. Wir palästinensischen Jungen sind Muslime. Unser Land heißt Palästina. Der Feind hat unsere Heimat und unsere Häuser besetzt. Wir leben in der Wüste in Zelten, aber der Feind lässt uns nirgends in Ruhe. Er bombardiert unsere Zelte, unsere Schulen und sogar unsere Krankenhäuser. Seitdem eure islamische Revolution unter der Führung von Imam Chomeini siegreich war, hat unser Feind sehr viel Angst. Deshalb quält er uns nun noch mehr. Unser Feind ist Israel. Israel ist der Feind aller freien Menschen. Wir kämpfen bis zum letzten Atemzug gegen Israel. Wir wissen, dass ihr und alle freien Menschen uns helfen werdet. Wir kämpfen und werden mit Gottes Hilfe siegen und in unsere schöne Heimat zurückkehren. In der Hoffnung auf den Sieg, auf Wiedersehen.“

Wohlgemerkt: Dieser „Brief“ stammt aus der Zeit vor Ahmadinedschad. Ich habe mir das Schulbuch mal aus Interesse von einer Arbeitskollegin aus dem Iran mitbringen lassen, als gerade Präsident Chatami im Amt war und man im Westen an eine allmähliche Liberalisierung des Landes glauben wollte. Ein Blick in die iranischen Schulbücher hätte allerdings ausgereicht, um zu sehen, dass das reines Wunschdenken war. Ein Staat, der schon seine Kinder so systematisch zum Hass auf ein anderes Volk erzieht, ist schlicht und einfach ein totalitäres Regime und von Mäßigung und Öffnung weit entfernt. Im Iran sind seit der Revolution schon mehrere Generationen von Schülern gegen Israel manipuliert worden. Es wundert mich daher überhaupt nicht, wenn Ahmadinedschads Anti-Israel-Parolen in seinem eigenen Land jetzt auf fruchtbaren Boden fallen.

Eure Anna

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Responses

  1. B“H

    Der Iran ist nicht das einzige Land, in welchem schon die Schulkinder den Hass gegen Israel lernen. Die gleichen Buecher findest zu auch in Gaza oder vielen anderen Gegenden. Ueber den Holocaust lernen diese Kinder erst gar nichts und wenn, dann stimmen die mit den Neonazis ueberein wo es heisst, das dieser nie stattgefunden habe und eine Luege der Zionisten sei.
    Um einmal kurz auf ein Ereignis in Jerusalem zu sprechen zu kommen:

    Vor wenigen Monat stand in der Zeitung, dass sich vor allem deutsche Touristen ueber palaest. Reisefuehrer beschwerten. Diese sogenannten Reisefuehrer hatten sich ihnen am Yaffa – Tor als Guide angeboten, um die Touristen durch die Altstadt zu fuehren. Unterwegs klagten die Guides ihr Leid ueber die „boesen“ Israelis und das der Holocaust nur eine Luege waere und nie stattgefunden habe.
    Viele Touristen beschwerten sich daraufhin bei verschiedenen israel. Ministerien und diese wollten die Zulassung dieser Reisefuehrer pruefen.

    Das gleiche wird ja nun auch vom iran. Praesidenten behauptet und er bedroht Israel.

  2. Immerhin haben sich da mal einige Leute beschwert! Ich will gar nicht wissen, wie oft das schon vorgekommen ist und wie viele Touristen sich NICHT beschwert haben. Das Treiben dieser „Guides“ spricht aber auch für deren „Intelligenz“: wie kann man sich nun gerade bei Deutschen Zustimmung dafür holen wollen, dass der Holocaust nie stattgefunden habe *kopfschüttel*

    Anna

  3. B“H

    Die Guides arbeiten meistens illegal und an der Steuer vorbei. Auch ohne jegliche Ausbildung. Sie fuehren Touristen in die arab. Shops, wo sie vom Besitzer Prozente abkassieren. Wer sich als Tourist fuer sowas abschleppen laesst, zahlt drauf und ist selber schuld. Gerne werden Touristen gesehen, die pro – palaest. sind. und keine Fragen stellen. Ueber Yad Vashem wissen diese Guides gar nichts. Insgesamt ist aber die Holocaust – Verleugnung unter Palaestinensern sehr hoch. Du siehst sie auch nicht im Yad Vashem.
    Und nicht nur das. Dass die Roemer einmal hier waren oder die Griechen wissen diese Guides auch nicht. Nur, von wo der Bus nach Ramallah faehrt….

  4. Also – ich bin auf dieser Seite vor allem aus religiösem und menschlichem Interesse – und deswegen will ich mich in politischen Fragen gar nicht zu viel äußern. Aber ein paar kurze Statements sind von mir als deutscher Muslima hier vielleicht doch angebracht:

    – erstens finde ich jede politische/religiöse und ideologische Instrumentalisierung des Holokaust unerträglich. Egal von wem sie ausgeht. Der Holocaust sollte für alle Menschen und alle Zeiten ein großes Mahnmal dafür sein, wozu Menschen fähig sind und wie unmenschlich Menschen werden können. Er darf weder geleugnet, noch verharmlost, noch vergessen werden, damit alle Menschen daraus lernen können und damit sich diese Geschichte niemals wiederholt. Kein Volk sollte keinem Volk jemals wieder etwas solches antun.

    – zweitens finde ich jede Indoktination und Instrumentalisierung von Kindern unerträglich. Kinder sollten dazu erzogen und befähigt werden, sich selbst ein Urteil über die Welt zu bilden. Niemand sollte ihnen einseitig nur die eigene Sicht der Dinge lehren und sie so in einer gedanklichen Scheinwelt gefangen halten, in der es nur die Einen“ und „die Anderen“, die „Guten“ und die „Bösen“ gibt.

    – drittens: ja – leider ist heute in der islamischen Welt ein zunehmender Antisemitismus – vor allem aber „Antiisraelismus“ zu beobachten. Auch das finde ich unerträglich. Eine kritische oder ablehnende Haltung gegenüber bestimmten Handlungen und Ideologien ist eine Sache – plattes „alles über einen Kamm scheren“ und „alle in einen Topf werfen“ eine andere.

    – und zu den Guids: die können sich vermutlich gar nicht vorstellen, wie hoch die Rate der Deutschen ist die sagen „Ja, wir sind schuldig. Wir haben einen Völkermord begangen und wir machen uns nicht nochmal daran schuldig, in dem wir ihn leugnen.“
    Die glauben vermutlich die Deutschen freuen sich wenn endlich mal jemand sie „entlastet“.

    Liebe Grüße Sümeyye


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