Verfasst von: Anna | 20. Dezember 2006

Alle Jahre wieder … Weihnachtsfeier im Betrieb

In Sachen Weihnachtsfeier ist mein Chef ist ein ganz Netter. Pflichtbewußt trommelt er seine Abteilung in der Woche vor Weihnachten zu einem „gemeinsamen Nachmittag“ mit Kaffee, Tee, Kuchen und Gebäck im Besprechungsraum zusammen. In der Arbeitszeit, versteht sich. Sichtbar weihnachtlich sind daran nur die Plätzchen auf einem bunten Teller, eine jahreszeittypische Tischdecke mit passenden Servietten und ein klitzekleines Plastik-Tannenbäumchen aus dem Archiv, das für dieses Ereignis einmal im Jahr in den  Besprechungsraum geschafft wird. Kein Alkohol (geraucht werden darf sowieso nicht), kein gemeinsames Abendessen  und auch kein gemeinsames „Oh du Fröhliche“-Singen – nichts also, was mich ernsthaft stören oder gar in Boykott-Stimmung versetzen könnte. Nach zwei Stunden ist alles vorbei und die Weihnachtsfeier-Fans unter den Kollegen sind für ein weiteres Jahr zufriedengestellt.

Zusätzlich gibt es dann aber heute noch die von der Geschäftsführung organisierte Weihnachtsfeier für die gesamte Belegschaft. Da gibt es professionelle Weihnachtsdekoration vom Feinsten. Eine Firma rückt mit mindestens 10 Weihnachtsbäumen an und verwandelt das Foyer und die Kantinen in eine Winter-Weihnachts-Märchenlandschaft, die nur noch von den berühmten Weihnachtschmuckläden in Rothenburg ob der Tauber übertroffen wird. Sieht toll aus, zugegeben. Vom Feinsten scheint auch das Essen am Buffet zu sein – das erzählen mir zumindest immer meine Kollegen. So modern wie es sich für ein ordentliches globales Unternehmen gehört, wird auf die multikulturellen Essensgewohnheiten der Mitarbeiter Rücksicht genommen und beim Fleisch überwiegend Huhn und ansonsten allerlei Vegetarisch-Unverfängliches angeboten. Koscher ist das Essen deshalb natürlich noch lange nicht (aber das ist ja auch nicht ernsthaft zu erwarten). Was soll’s, ich nehme an dieser offiziellen Weihnachtsfeier sowieso nie teil. Zu viele offizielle Reden, zu viel small talk, kaum bekannte Gesichter – es fällt in dem Trubel noch nicht einmal auf, wenn man nicht dabei ist. Ich freue mich dann eben über einen freien Nachmittag mehr 🙂

Eure Anna

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Responses

  1. ich stehe solchen Feiern auch immer skeptisch gegenüber, ich will mich nicht ausschließen, doch wirklich sinnvoll finde ich solche organisierten Feiern nicht, genausowenig wie Betriebsausflüge. Es hocken meist die zusammen, die eh zusammenhocken. Das kann man dann auch privat organisieren.
    Aber … wie war das mit dem Ausschließen. Ich habe noch nicht wikrlcih eine Antwort auf diese Arten des Zusammentreffens.

  2. B“H

    Ich habe in Deutschland in der Hauptzentrale einer Grossbank gearbeitet und dort gab es nie Weihnachtsfeiern. Kann mich gar nicht daran erinnern, dass es ueberhaupt eine bestimmte Stimmung gab. Gar nichts….Jeder wartete nur auf die freien Tage.:-) Und der Jahresrechnungsabschluss hat voll genervt. Da gab es eh nix zum Feiern.

    Miriam

  3. Ich lese sehr gern in Deinem Weblog. Seit vorgestern gibt es einen Webring für Blogs von Juden in Deutschland. Möchtest Du Dich anschließen? Mehr dazu auf meiner Seite. Viele Grüße

  4. Juebe, danke für die Blumen! Ich schau mir gleich mal deinen Webring an …

    Anna

  5. Zu viel des Lobes – is nicht meiner. Geht auf Yoavs Konto 😉


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