Verfasst von: Anna | 25. August 2007

Ein schönes Kompliment …

… hat mir gestern Sümeyye, eine muslimische mittendrin-Leserin, gemacht: „Ich finde es total schön, dass eine Frau einer anderen Religion mir so tief aus der islamischen Seele sprechen kann“, schreibt sie in einem Kommentar zu Frauen in der Synagoge.  Das hat mich irgendwie sehr berührt, zumal ich mich im Islam theologisch gesehen gar nicht so gut auskenne. Es bestätigt mir aber, dass mich das Gefühl der Nähe, das ich in einigen Bereichen zum Islam verspüre, nicht trügt.

Etwas, was mich eher an den Islam als ans Christentum heranrücken lässt, ist zum Beispiel der Monotheismus: das G-ttesbild ist im Islam genauso klar wie im Judentum und nicht so paradox wie im Christentum mit seiner Trinität. Oder das Alltagsleben: Im Unterschied zu den meisten Christen leben observante Juden und Muslime mit vielen religiösen Regeln, die den gesamten Alltag und das gesellschaftliche Leben stark beeinflussen. So ausführliche Regelwerke sind dem Christentum von Haus aus fremd und passen in unsere moderne aufgeklärt-religionslose Gesellschaft, der alles Religiöse schon von vornherein suspekt erscheint, gleich gar nicht herein. Wenn also von Musliminnen verlangt wird, dass sie ihre Kopftücher ablegen oder sich sonstwie gefälligst endlich auf das sogenannte europäische Niveau zu begeben haben, dann fühle ich mich auch angesprochen. Denn auch im Judentum werden religiöse Werte und Regeln nicht einfach an irgendwelche Forderungen von außen angepasst. Wo kämen wir denn da hin :mrgreen:

Eine gute Woche euch allen,
Anna

Advertisements

Responses

  1. Wunderschöner Beitrag! Habe ihn gleich verlinkt auf

    http://religionswissenschaft.twoday.net/topics/Dialog/

    und Eintrag in die Blogroll gibt es auch.

    Vielen Dank für’s Mutmachen!

    Michael Blume
    http://www.blume-religionswissenschaft.de

  2. Ein schöner Dialog zu einem stets „heissen“, aber interessanten Thema unter Wegfall der üblichen Stereotypen! Bravo!


Kategorien