Verfasst von: Anna | 23. September 2007

Judentumsbegeisterte Christen

Das Interesse bestimmter christlicher Gruppen am Judentum treibt schon manchmal seltsame Blüten. Auf der Suche nach den vermeintlich jüdischen Wurzeln ihres Glaubens schaffen es manche Christen sogar am Jom Kippur bis in die Synagoge. Das hat mir mein Mann zumindest gestern aus der Männerabteilung berichtet. In seiner unmittelbaren Nähe saß so ein Besucher mit glückseligem Dauerlächeln im Gesicht, der – von oben bis unten in weiß gekleidet, mit Turnschuhen an den Füßen, Kippa auf dem Kopf und einem Tallit über den Schultern – eifrig am G-ttesdienst teilzunehmen versuchte.  Für meinen Mann war der Fall sofort klar: das äußere Erscheinungsbild war zu perfekt, der Blick so kurz vor Fastenende war zu entrückt: das musste ein Christ auf Wurzelsuche mitten auf einem Judentum-Selbsterfahrungstrip sein. Bingo. Der Typ entpuppte sich tatsächlich als Angehöriger irgendsoeiner Freikirche, bei denen sich alles um die „Verwurzelung“ des Christentums im Judentum dreht.

Nicht, dass ihr mich falsch versteht. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Gäste in jüdischen G-ttesdiensten. Synagogen in Deutschland sind öffentliche Einrichtungen, zu denen natürlich auch Nichtjuden Zutritt haben. Die meisten Besucher sind ja auch zurückhaltend und verhalten sich so, wie man sich als Gast in einem fremden Haus verhält. Es gibt aber auch einige, die aktiv mitbeten wollen, weil sie die sogenannten jüdischen Wurzeln ihres christlichen Glaubens wiederbeleben wollen, weil sie sich demonstrativ mit dem jüdischen Volk solidarisieren wollen, weil sie irgendwelche „ökumenischen“ Ideen verfolgen oder weil sie ihre „Offenheit“ gegenüber dem Judentum zur Schau stellen wollen. Solche Leute machen sich in ihrem Eifer leider oftmals allzu dreist jüdische Symbolik, jüdischen Sprachgebrauch und jüdische Bräuche zu eigen und wahren nicht die notwendige respektvolle Distanz gegenüber der fremden Religion. Bei Juden kommt solches Verhalten im allgemeinen überhaupt nicht gut an. Manche bleiben gleichgültig, andere aber sind verärgert, amüsiert oder gar beleidigt.  

Auch außerhalb der Synagoge kommt es gerade im Kontakt mit judentumsbegeisterten Christen oft zu solchen Grenzüberschreitungen. Vor jüdischen Feiertagen beglücken sie einen gern mit speziellen hebräischen Grußformeln. Das mag gut gemeint sein, wirkt aber komisch und anbiedernd. Ein gmar chatima towa am Jom Kippur zum Beispiel ist völlig sinnfrei, wenn es von einem Menschen kommt, dem dieser Satz aufgrund seines christlichen Glaubens überhaupt nichts bedeutet. Demgegenüber kann ein neutraler Gruß in deutscher Sprache (z.B. „die besten Wünsche zu …“) echte Freude bereiten, denn das, worauf es ankommt, wird bewahrt: respektvolle Distanz. 

Eure Anna

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Responses

  1. mir ist aufgefallen du das Wort G-tt nie vollständig schreibst, welche Bedeutung hat das bzw. fällt mir dazu ein das der Prophet Mohamed nicht in Bildern dargestellt werden darf, hat das evtl. die gleichen Hintergründe?
    danke sagt eine interessierte Mitleserin

  2. @chrisfan, viele Juden vermeiden es, das Wort G-tt auszuschreiben, weil das Papier, auf dem es steht, ja achtlos entsorgt werden könnte. Das wäre gegen das Verbot, den Namen G-ttes auszuradieren oder wegzuwerfen. Und Internet-Seiten so wie diese hier könnte man ja ausdrucken und dann stünde das Wort ebenfalls auf Papier … Es gibt aber auch Juden, die der Ansicht sind, das sich das erwähnte Verbot nur auf Hebräisch und nicht auf das Wort „G-tt“ in anderen Sprachen bezieht.

  3. danke für die schnelle Erklärung

  4. wieso glaubst du,
    Anna,
    dass ein christ aufgrund seines christlichen glaubens mit „gmar chatima towa“ nichts anzufangen weiß? ich kenne den sinn.
    mir ist der begriff „ins buch des lebens eingeschrieben sein“ völlig aus meiner christlichen sozialisation geläufig.

    und das es nicht nur mir so geht, magst du an dem wiki-eintrag nachlesen, den ich dir hierher kopiere:
    „Das Buch des Lebens, auch: Buch der Lebenden, hebräisch: sefer chajim, ist im Judentum und Christentum die Vorstellung von einem göttlichen Verzeichnis, das die Namen aller Gott wohlgefälligen Menschen enthält, die je gelebt haben. Zu unterscheiden ist das Buch des Lebens von den anderen Büchern, in denen die Taten der Menschen verzeichnet sind, und nach denen am Tag des Gerichtes das Leben der Sünder bewertet wird.“

    dass es immer etwas übereifrige gibt, ist sicher so und sicher auch sehr lästig.
    aber auch das gibt es bei „uns“, dass jemand frommer sein will als alle anderen, obwohl er erst zum ersten mal in einem G’ttesdienst ist.

    und ich kann schon verstehen, dass es dich extrem nervt.
    rika

  5. Hi Anna:
    Wie geht es Dir? Hast Du die Feiertage gut rumgebracht?

    Ich finde das kann man gar nicth so pauschal sagen. Ich
    hab zum Beispiel nichtjüdische Freunde die rufen mich
    wirklich jedes Jahr an um mir Shana Tova zu wünschen.
    Und ich freue mich jedesmal sehr über diese aufmerksamkeit.

    Aber gut, die sache ist wohl. dass da diese aufmerksamkeit
    mir als person zuteil wird und nicht „dem judentum“.

    Und da ist für mich der unterschied bei diesen dingen die
    du da erwähnt hast. das widerspricht sich ja nicht mit
    der respektvollen diestanz von der du geschrieben hast.
    eher im gegenteil denke ich.

    Der unterschied ist eben ob es sich um die aufmerksamkeit
    gegenüber einen Menschen handelt oder um die aufmerksamkeit
    gegenüber dem Judentum.

    Ich denke dass ein Jude und ein nichtjude NICHTS gemeinsam haben,
    aber das zwei einzelne menschen ALLES gemeinsam haben.

    Jakobo

    PS.: Hast du lust noch mal etwas mehr über deinen Spanienaufenthalt
    zu schreiben? Vor allem wie du die Gemeinde dort aufgefunden hast.
    Wenn du mal zeit findest würde mich wirklcih freuen.

  6. @rika, zunächst einmal vorab: das deutschsprachige wikipedia ist bekanntermaßen keine zitierfähige Quelle für jüdische Themen. (Und für andere Themen meistens auch nicht. Es wundert mich daher sehr, dass du als Lehrerin hier damit ankommst).

    Zur Sache selbst: Genau wie du meinen viele Christen, das Judentum zu verstehen, weil sie dort auf Worte und Konzepte stoßen, die sie auch aus ihrer „christlichen Sozialisation“ kennen. Dahinter stehen aber regelmäßig andere Bedeutungen als im Judentum. Die Folgen davon habe ich in meinem Blogbeitrag beschrieben.

    Das „gmar chatima towa“ ist ein Gruß zwischen Juden! Es ist ein persönlicher, vertraulicher Gruß, der mit einer religiösen Erfahrung verbunden ist, die Christen verschlossen bleibt (auch wenn sie sich noch so tiefschürfendes Wissen über Jom Kippur angelesen haben). Wenn also ein Christ einem Juden zu einem jüdischen Feiertag etwas wünschen will, dann kann er das auch gut mit neutralen deutschen Worten tun. Es besteht keine Veranlassung, mit hebräischen Vokabeln um sich zu werfen, nur um eine Freude zu machen und Aufmerksamkeit zu bekunden. In Wahrheit steht dahinter doch eher das Bedürfnis, seine eigene religiöse Toleranz gegenüber dem Judentum oder Solidarität oder Distanz zum Antisemitismus (um nicht zu sagen Philosemitismus) zu demonstrieren.

    ——————
    @jakobo, so wie du es ausdrückst, so meine ich es auch. Ein schlichtes „shana tova“ von Mensch zu Mensch ist sehr schön, darüber freue ich mich auch. Anbiedernde, komplizierte hebräische Flosken von übereifrigen Christen, die damit ihre ach so große Toleranz gegenüber dem Judentum zur Schau stellen wollen, sind mir aber zuwider. (Über Spanien schreibe ich vielleicht noch irgendwann mal was, momentan ist die Zeit leider knapp 🙂 )

  7. Anna,
    ich verstehe es immer noch nicht wirklich!
    wenn ich doch zutiefst davon überzeugt bin, dass „gmar chatima towa“ nicht „nur“ eine begrüßungsformel für Jom Kippur ist, und ich selbst mit dieser vorstellung etwas anfangen kann, warum sollte ich es dann nicht auch jüdischen freunden wünschen?
    was ist daran so falsch?

    umgekehrt habe ich schon erlebt, dass juden mir „frohe ostern“ wünschen, obwohl sie ganz sicher nicht an den für mich bedeutenden inhalt des osterfestes glauben, nämlich an die auferstehung Jesu.

    warum insistierst du so sehr darauf, dass diese und ähnliche grußformeln ganz und gar nur unter juden gebraucht wird? und kannst du dir nicht – etwas überspitzt gedacht – vorstellen, dass juden diese worte sagen, ohne auch nur im entferntesten deren inhalt auf sich oder das gegenüber zu beziehen – und ist das dann KEIN sakrileg?

    im übrigen werfe ich total gerne mit hebräischen vokabeln um mich – meine kinder können ein lied davon singen – weil ich die sprache einfach schön finde! und das hat nun ganz und gar nichts mit philosemitismus zu tun, ich liebe einfach die sprachmelodie und die wunderbaren lautierungen!
    und wäre ich nicht so grenzenlos faul einerseits und litte nicht schon mächtig unter gedächtnisverlust andererseits, würde ich noch viel mehr hebräsich reden. leider habe ich schon soooo viel wieder vergessen!

    chaval, chaval, ani lo jecholah lichtov col hatext be’ivrit … ein li sman!
    shalom uvracha,
    rika

  8. Rika, alle deine Fragen habe ich bereits in meinem Kommentar beantwortet.

    In weltlichen Sprachgebrauch kannst du übrigens Hebräisch benutzen, solange du Lust hast, dagegen hat kein Mensch etwas einzuwenden.

  9. B“H

    Wenn ich kurz etwas zu Rika sagen darf:

    Rika, der Yom Kippur ist im Gegensatz zum Rosh HaShana ein reiner juedischer Feiertag und hat absolut nichts mit dem Christentum gemeinsam. An dem Tag werden Juden gerichtet, wohingegen am Rosh HaShana ALLE Menschen auf der Welt gerichtet werden.

    Die Frau meines Rabbis pflegt gerne Folgendes zu sagen:

    Jeder Mensch auf der Welt wurde von G – tt fuer einen bestimmten Zweck erschaffen. Juden habe ihre Aufgaben und Nichtjuden haben ihre Aufgaben.
    Wenn sich jeder an seine eigenen vorgesehenen Aufgaben halten wuerde, sprich, dass nicht viele Christen immer meinen, umbedingt bei allem dabeisein und sich einmischen zu muessen, dann koennten wir alle sehr gut miteinander auskommen.

  10. Danke,
    Miriam,
    für diese Differenzierung.
    Ich verstehe es nun etwas beser!
    und werde mich daran halten …
    rika

  11. Ist es nicht auch höflich mal in einer anderen Sprache nette Wünsche zu erwidern? Ich stehe dem anderen Menschen, egal welche Religion, mit Respekt gegenüber, wenn ich einen lieben Gruß in der gleichen Sprache erwidere! Respekt u. Toleranz sollte es für jede Lebensart oder Religion geben.

  12. Ja sicher, Netty, grundsätzlich ist ja auch nichts dagegen zu sagen, wenn einem auf hebräisch „Frohe Feiertage“ oder so etwas gewünscht wird. Störend wird es erst, wenn das von irgendwelchen Leuten (meist Freikirchen-Christen) kommt, die ihre Toleranz, ihr Verständnis oder ihre (Pseudo-)Judentums-Kenntnisse betonen wollen. So ein Gruß von dir zum Beispiel würde mir gar nichts ausmachen, ich fände es freundlich und aufmerksam. Es kommt eben drauf an 🙂

  13. Also scheint mir beiderseits Unverständnis zu herrschen.

    Klar ist es nervig wenn ein Christ auf Wurzelsuche unbedingt in die Synagoge kommen muß und sich solcher Sachen gebraucht, die er nicht versteht.

    Andererseits zeugt es auch nicht von Verständnis, wenn hier von „vermeintlichen jüdischen Wurzeln“ die Rede ist. Das Christentum hat nunmal jüdische Wurzeln. Es ist nur absurd diese dort zu suchen, wo man sich (nicht ausschließlich und primär, aber eben auch) über die Ablehnung Jesu definiert.

    Das es meist freikirchliche Protestanten sind liegt wohl daran, daß dieser Zweig des Christentums sich von jüdischen Wurzeln in Liturgie und Bräuchen am meisten entfernt. Was sie nicht daheim finden, suchen sie dann an der vermeintlichen Quelle.

    Ich kann übrigens nicht nachvollziehen, warum Rosch Haschana „christen-geeigneter“ sein sollte als Yom Kippur (was nicht heißt, das letzter „überhaupt nichts mit dem Christentum gemein hätte“). Die Unterscheidung in Juden und Nichtjuden wird nämlich von Christen nicht mitgemacht. Was aber umso unverständlicher macht, warum ein Christ an Yom Kippur in die Synagoge gehen sollte.

  14. @str1977, Juden definieren sich nicht selbst über die Ablehnung Jesu. Jesus spielt keine Rolle im Judentum und dient auch nicht der Abgrenzung gegenüber dem Christentum.

    Was die jüdischen Wurzeln anbetrifft: sicher ist das Christentum aus dem Judentum hervorgegangen, aber die Christen haben das jüdische Erbe im Laufe der Jahre so stark verändert, uminterpretiert, abgeschafft, etc., dass wir es heute mit zwei sehr unterschiedlichen Religionen zu tun haben. Áuch das Judentum hat sich übrigens in den letzten 2000 Jahren, seit der Zerstörung des zweiten Tempels und der Vertreibung, weiterentwickelt. Insofern finden Christen heute in den Synagogen keine Wurzeln, sondern eine andere Religion vor.

  15. Anna,

    „Juden definieren sich nicht selbst über die Ablehnung Jesu.“

    Deshalb schrieb ich ja auch „nicht primär“. Frag dich, ob jemand im hier vorausgesetzten Sinne Jude sein und Jesus als Messias anerkennen kann, dann hast du die Antwort. Und ja, das Judentum wie es heute existiert, geht auf eine der beiden Strömungen des Judentums des 1.Jhd. zurück, die die Wirren der Jüdischen Kriege überlebt haben. Die andere Strömung ist das Christentum.

    „Was die jüdischen Wurzeln anbetrifft: sicher ist das Christentum aus dem Judentum hervorgegangen, aber die Christen haben …“

    Das kann man aus christlicher Sicht genauso gegenüber dem Judentum sagen. Und nicht nur aus christlicher Sicht, denn auch nichtchristlichen Juden war der Messiasgedanke mal sehr wichtig – im orthodoxen-talmudischen Judentum wurde er dann in den Hintergrund geschoben, während das progressive Judentum ihn ganz aufgegeben hat.

    Natürlich sind es heute zwei Religionen, aber es steht trotzdem nicht an, dem Christentum seine Wurzeln abzusprechen.

    „Insofern finden Christen heute in den Synagogen keine Wurzeln, sondern eine andere Religion vor.“

    Genau das wollte ich ja auch sagen. Der judentumsbegeisterte Christ sucht seine Ururgroßmutter, findet aber nur eine Ururgroßcousine.

  16. @str1977, Juden definieren sich GAR NICHT über die Ablehnung Jesu, weder primär noch sekundär. Das wird höchstens von außen an uns herangetragen.

    Der Messias-Gedanke wird im orthodoxen Judentum übrigens nicht „in den Hintergrund“ geschoben. Im Reformjudentum wird der Messias-Gedanke etwas anders ausgelegt, aber da ich orthodox bin, lasse ich das hier mal außen vor.

    Leider habe ich bis jetzt keine Zeit gehabt, hier auf meinem Blog eine Einführung ins Judentum zu schreiben. Wenn du dich genauer informieren möchtest, dann kann ich dir die Site myjewishlearning.com empfehlen. Dort findest du Judentum in allen Strömungen von jüdischen Experten, d.h. aus erster Hand, erklärt.

  17. Vorschlag zur Güte:

    Man kann und wird immer wieder erleben, dass sich Menschen verschiedener Religionen schon freuen, wenn man zu ihren öffentlich sichtbaren Feiertagen in der jeweiligen Sprache grüßt – frohe Weihnachten, Chanukka sameach, Bayram mubarek olsun etc. Der Neujahrsgruß „Guter Rutsch!“ ist ja sogar aus den Grüßen „zum Rosch“ hervor gegangen!

    Aber es gibt eben auch einen Innenbereich von religiösen Ritualen und Vorstellungen, den die meisten Gemeinschaften vor allem nach innen feiern wollen und der auch Identität und Geheimnis des jeweiligen Glaubens festigt. Wenn man da „im Innersten“ als Gast willkommen ist, sollte man sich m.E. auch als Gast benehmen – und nicht versuchen, sich das quasi anzueignen. Wenn ich in einer Moschee zu Gast bin, dann bin ich „bei“ den Betenden, ich kann auch hinten sitzen und innerlich Gott anrufen – aber das islamische Gebet zu imitieren hielte ich für theologisch schwierig, es würde aber auch von den muslimischen Betenden als ein Zeichen von Konversion betrachtet und damit für Verwirrung sorgen. Wirklicher Respekt heißt doch, Vielfalt auch erdulden zu können und nicht auflösen zu wollen. Das Geheimnis der jeweiligen Ritualgebete, des christlichen Osterfestes, der islamischen Nacht der Nächte oder eben des jüdischen Yom Kippur mögen wissenschaftlich und religionsvergleichend beschreibbar und dialogisch erzählbar sein – als Erfahrung erschließen sie sich v.a. nur den jeweils Glaubenden. Und das ist, finde ich, etwas schönes. Lassen und respektieren wir einander doch auch unsere jeweilige Identität, was durchaus heißen kann, Grenzen zwischen den öffentlichen und innerlichen Aspekten religiösen Lebens zu respektieren.

  18. Hui, hier wird ja diskutiert…also, ich bin absoluter Judentumsfan, weil mich sowieso jede Kultur und jede Religion fasziniert und ich das Judentum schlecht aussparen kann, außerdem war Jesus Jude, und da ich den für Gott halte (wieso eigentlich Gott nicht ausschreiben, dass ist ja nicht sein NAME…), finde ich sein Volk natürlich klasse…abgesehen davon, wer Gottes auserwähltes Volk nicht klasse findet, muss irgendwie einen Schaden haben…

    Aber du sprichst mir aus dem Herzen: Ich verstehe seeeeehr gut diese ablehnende Haltung gegen diese „Ach, wir sind doch auch alle Juden“-Leute…sind wir nämlich nicht…mir sind auch schon so Typen begegnet…oder so messianische-Juden-Fans…so was treibt einem ja die Galle hoch, ohne dass man selbst das Geringste damit zu tun hätte…also…ich solidarisiere mich mit dir;-) Als ob man eine Kultur toll findet und sie einem damit schon gehört…eklig…gut, dass Juden nicht auf die Idee kommen, so mit Christen umzugehen, ich würd ausrasten…
    dieses Vereinnahmen ist aber typisch europäisch. Europäer glauben ja auch, wenn sie in einer Strohhütte leben, sind sie Massai…

    Aber mal ne Frage rein interessehalber…Findest du es auch störend, wenn Christen auch ablehnen, den Gottesnamen auszusprechen? Ich hatte Althebräisch in der Schule UND bin Christin und ich fühle mich total unwohl, wenn irgendein Christ J… sagt, weil ich das so respektlos finde…es ist schließlich der gleiche Gott…und das ist sinnvoll, seinen Namen aus Ehrfurcht nicht so einfach zu benutzen…oder ist das auch Anbiederung???


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