Verfasst von: Anna | 11. Dezember 2007

„Der Clown wurde König

…  und der Prophet wurde zum Clown“ singt David Broza in seinem berühmten Lied „Yihye tov“ („Es wird gut“). Jedes Mal, wenn ich diesen Textstelle höre, verfalle ich ins Grübeln über die zeitlose Wahrheit, die in diesem Satz steckt. Dass eine Gesellschaft Menschen an die Macht bringt, die für diese Aufgabe nicht ernsthaft, nicht besonnen, nicht weitsichtig genug sind, während die Vernünftigen, die Mahner, als Witzfiguren hingestellt werden – dafür gibt es genug Beispiele in der Geschichte genauso wie in der Gegenwart.

Es gibt viele israelische Lieder mit geistigem Tiefgang, mit anspruchsvollen Inhalten, die mich zum Nachdenken anregen. Ich höre sie oft auf der Heimfahrt von der Arbeit im Auto, um vom Alltag abzuschalten und um auf neue, andere Gedanken zu kommen. Das „Yihye tov“ ist eines der schönsten Lieder in meiner Sammlung. Es gefällt mir so gut, weil es mit  schlichten Worten und mit wenig musikalischer Begleitung so eindrucksvoll viel aussagt über die Menschheit im allgemeinen und über die Sehnsucht nach Frieden im Nahen Osten im besonderen. Nicht umsonst ist es ja auch zur Hymne der israelischen Friedensbewegung aufgestiegen.

Eure Anna

PS: Es geht hier um Musik. Der Beitrag ist keine persönliche Stellungnahme zum israelisch-palästinenstischen Konflikt und auch keine Aufforderung zur politischen Diskussion hier auf dem Blog. Aufgrund einschlägiger Erfahrung vor allem mit selbsternannten nichtjüdischen Nahost-„Experten“ diskutiere ich die israelische Außenpolitik grundsätzlich nicht mehr in der Öffentlichkeit 😉

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Responses

  1. shalom anna, in der tat, ein toller song.
    habe es an zweiter stelle in mein ipod.
    dein post scriptum finde ich auch klasse. schon schwer die fahne hoch zu halten bei dem gegenwind. na ja… ihie tov.
    dash, george


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