Verfasst von: Anna | 11. Februar 2008

Stolpersteine: unsensible deutsche „Gedenkkultur“

Eine Familie in Israel hat darauf bestanden, dass die sogenannten Stolpersteine entfernt werden, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig vor dem ehemaligen Wohnhaus ihrer im Holocaust ermordeten Angehörigen in den Bürgersteig eingelassen worden waren. Das berichtet der Medienspiegel der deutschen Botschaft in Tel Aviv vom 08.02.2008 unter Berufung auf einen Artikel in der israelischen Tageszeitung Yediot Aharonot. Die Familie sei entsetzt gewesen von der Vorstellung, dass

„… die Steine so gelegt werden, dass Leute darüber laufen. ‚Ich lasse es nicht zu, dass noch einmal auf meiner Familie herumgetreten wird‘, schrieb  eine Angehörige der Familie an die Organisatoren des Projekts.  Die Passanten ehren nicht unbedingt das Andenken unserer Verwandten. Viele laufen über diese Steine, beschmutzen sie, spucken darauf. Niemand hat das Recht, die Namen unserer Lieben zu benützen, ohne uns überhaupt um unser Einverständnis gebeten zu haben“, sagen die Angehörigen zu JED.“

So ähnlich habe ich auch gedacht, als ich solche Steine zum ersten Mal in Berlin gesehen habe. Da laufen also tagtäglich Scharen von Passanten und sogar Hunde auf den Namen von Menschen herum, die sich dagegen noch nicht einmal selbst wehren können. Wie unsensibel. Anscheinend gehen die Initiatoren dieses sogenannten Kunstprojekts und die Stolpersteine verlegenden Städte davon aus, dass die betroffenen Personen mit ihrer Ermordung automatisch auch ihr Einverständnis zur Verwendung ihrer persönlichen Namen in deutschen Bürgersteigen gegeben haben. So ist das aber nicht. Nur: wer fragt schon nach den Gefühlen der Betroffenen, wenn wohlmeinende Kommunalpolitiker und Geschichtsvereine meinen, im Interesse der deutschen Erinnerungs- und Gedenkkultur zu handeln? Wenn sich, wie im oben erwähnten Fall, tatsächlich einmal die Nachkommen beschweren, werden die Stolpersteine halt still und leise entfernt – und ohne dass darüber in den deutschen Medien berichtet oder über das Projekt einmal  kontrovers diskutiert wird.

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Responses

  1. Das hängt mit der Nazi-Hinterlassenschaft zusammen: jeder Deutsche fühlt sich durch das, was die Nazis da verbrochen haben, prinzipiell schlecht. So singt kein Deutscher – außer Politikern (die müssen) und Neonazis (die sind irgendwas, was außerhalb des Nachvollziehbaren liegt) – die Nationalhymne oder hängt einfach mal spontan die deutsche Fahne raus: der Deutsche braucht dazu eine Generalabsolution in Form einer WM oder sonstwas. Nicht so die Franzosen, Südamerikaner, Israelis: für die ist ihr Land ihr Land, nicht mehr, nicht weniger, und zu nationalen Symbolen haben sie ein unverkrampftes Verhältnis. Für Deutsche ist ihr Land ein Land, das 6 Millionen europäische Juden per Dekret umgebracht hat, und kein Mensch weiß, wie das passieren konnte. Und keiner ist sich sicher, dass es nicht wieder passieren kann, aber jeder muss so tun, als sei er vollkommen sicher. In Schweden kann man sich dessen genauso wenig sicher sein: aber dort stellt sich eine solche Frage erst gar nicht. Seit dem „Schwedentrunk“ im Dreißigjährigen Krieg sind keine schwedischen Sauereien mehr bekannt – und das ist lange genug her, die Geschichte hat ihren Mantel darüber gelegt.

    Mit dieser offen daliegenden deutschen Brutalo-Vergangenheit läßt sich nur schwer leben. Ein Produkt dieser Schizophrenie ist, dass Deutsche glauben, immer wieder tief betroffen ihre Schuld eingestehen zu müssen. Daher überlegen sie sich was – und fallen immer wieder rein damit. Das mit den „Stolpersteinen“ ist mir auch ein wenig fremd gewesen, als ich es las, aber ich kann mir als Deutscher überhaupt gar keine Meinung dazu leisten. Wenn ich sage „Das finde ich gut“, dann muß ich mir anhören, dass Betroffene das gar nicht gut finden – und eine Meinung zu deren Meinung darf ich mir schon gar nicht leisten. Wenn ich sage „das finde ich blöd“, dann habe ich eine Diskussion mit deutschen Gutmenschen am Hals – eine nicht weniger erschreckende Vorstellung. Gar nichts sagen kann ich aber auch nicht, dann muß ich mir vorhalten lassen, die 12 Jahre Nazi-Terror endlich unter den Teppich kehren zu wollen.

    Ebenso schizophren geht des den Juden, die durch unglaubliche, deutsche Verblendung ihre Angehörigen verloren haben. Auch sie können noch lange nicht frei damit umgehen. Wenn sie ein deutsches Mahnmal sehen, das an ihre Verluste erinnern soll, so können sie nicht anders als argwöhnisch danach fragen, ob sie hier nicht ein weiteres Mal zu Fußabtretern gemacht werden. Was bedeutet es denn, dass so viele Stelen des Berliner Holocaust-Mahnmals schon geborsten sind? Eigentlich ist es ein Materialphänomen, nicht mal unbedingt ein Fehler. Aber läßt sich da nicht ohne Mühe irgend eine Unsorgfalt hinein interpretieren, ein Zeichen dafür, dass den Deutschen die Juden völlig schnuppe sind?

    Ich kann eigentlich gar nichts machen als Deutscher, und das wiederum auch nicht. Ich kann auch als Jude gar nichts machen: angesichts der Monstrosität dieser kaltschnäuzigen Vernichtung bleibt uns anscheinend nur, dem Kikifatz entgegenzusetzen und sich darüber aufzuregen, dass wir nicht mehr als Kikifatz haben. So wie Leute, die gerade einem Verkehrsunfall entronnen sind und sich nach einem 10-Cent-Stück bücken, damit es in all dem Tohuwabohu nicht in den Boden getreten wird. Oder wie die eine Frau, der eine Bekannte am Heiligen Abend die Botschaft brachte, dass ihr Mann auf der B471 tödlich verunglückt sei: die machte den Herd aus und wollte wissen, was sie denn jetzt mit den Weihnachtsgeschenken für ihren Mann machen solle. Was ist denn das für eine Frage angesichts eines solchen Verlustes, würde ein klar denkender Mensch fragen. Aber wir denken da nicht immer klar.

    So, wie es Menschenleben gibt: so gibt es vielleicht auch Völkerleben. Dass der Versuch, die Beziehungen zwischen zwei Völkerleben wieder in Ordnung zu bringen, wesentlich länger dauert als ein paar Menschenleben hintereinander, das dürfte auf der Hand liegen. Damit müssen Deutsche und Juden leben – die einen schuldig, die anderen unschuldig: das sind die Schatten der Naziherrschaft, eine Art Erbsünde des Völkerlebens der Deutschen. Das ist noch nicht vorbei, und wir können wenig mehr tun als abwarten. Ich plädiere für wohlwollendes Abwarten – und viel miteinander reden.

  2. Es tut mir leid. Ich sehe den Sinn der Stolpersteine, als Stolpersteine. Es sind keine Gedenktafeln und keine Mahnmale zu denen ich eine sehr eigene Meinung habe:

    http://www.duckhome.de/tb/pages/denkmal.html

    Es sind tatsächlich Steine, die Menschen stolpern lassen. Ich habe mich schon oft still in die Nähe solcher Steine gesetzt. Sicher das Gros der Menschen hetzt vorüber, aber immer wieder sehe ich einige die zögern, den Fuß vorsichtig neben die Stolpersteine setzen und stehen bleiben. Sich vorsichtig umsehen. Betroffenheit ist immer noch nicht erwünscht in diesem Land. Einige eilen dann vorsichtig weiter, auf der Suche nach weiteren Stolpersteinen. Andere bleiben stehen und entziffern die Namen.

    Ich verstehe die jüdische Familie die gegen diese Stolpersteine ist. Aber ich befürchte, das die Stolpersteine das einzige sind, was das Vergessen aufhält. Wenn wir aber das Vergessen nicht aufhalten, wie wollen wir eine Wiederholung verhindern?

  3. ich denke, es spricht für sich, dass die steine auf dem gehweg verlegt werden.
    gedenktafeln an häusern wären (abgesehen davon, dass davon auszugehen ist, dass die mehrzahl der hausbesitzer eine tafel an ihrem haus ablehnen würde) ein wesentlich besserer und deutlicherer beitrag zur visualisierung der vernichtung der juden in den deutschen städten (in berlin gibt es einige wenige von prominenten menschen).
    dieser „sichtbarkeit“ könnte man wesentlich weniger gut ausweichen als den nach einiger zeit angelaufenen messing-stolpersteinen, die man dann nämlich ganz gut übersehen kann.
    das aber wäre sicher nicht erwünscht.

  4. Liebe Anna, liebe Leserinnen und
    Leser des Blogs Mittendrin,

    die Stolpersteine sind ein eckiges Thema. Freilich sollen sich die Angehörigen äußern dürfen und sollte ihr etwaiger Wunsch auf Entfernung umgesetzt werden.

    Geschichte droht bei vielleicht der Hälfte der unter 40-Jährigen in Deutschland lebenden Menschen vergessen zu werden.

    Ich komme jeden Tag an zwei Stolpersteinen vorbei und achte sehr auf mögliche Reaktionen: Einer von hundert oder am Wochenende auch von fünfzig Leuten „stolpert“ wirklich und liest einige Sekunden lang.

    Wer dann aber den Namen des im benachbarten Haus dereinst wohnenden jüdischen Menschen liest, Geburts- und Todesjahr liest, der muss sich vor-beugen … muss sich … verbeugen.

    Die Steine verändern das Viertel ein wenig, kaum spürbar vielleicht, aber stets in die Richtung einer wohltuenden Feinfühligkeit, eines wohltuenden Erinnerns.

    Ich konnte bei einer Verlegung dabei sein, es stand kleingedruckt irgendwo in einer Zeitung oder auch mal in einem christlichen Gemeindebrief . An einem kalten sonnigen Vormittag kamen dann der Bürgermeister, je ein Vertreter der christlichen Geistlichkeit beider Konfessionen, der bescheidene Künstler mit dem offenen Gesicht fand wenige und besonders treffende Worte, ein Pfarrer „verriet“, dass unter den fünfzehn Bürgerinnen oder Bürger in dieser Minute auch drei Familienangehörige des Verstorbenen sind. Bestätigrndes Nicken aus einer Seite des Kreises von Menschen. Eine halbe Stunde dauerte der Vorgang. Der Bürgermeister sagte Sinnvolles.

    Ein bemerkenswertes Projekt.

    Jacques Auvergne

  5. @Jacques, die Ermordeten haben nicht das Einverständnis auf Verwendung ihrer persönlichen Namen in Bürgersteigen gegeben. Das wird aber bei diesen Gedenkstein-Aktionen stillschweigend vorausgesetzt. Was würdest du denn sagen, wenn jemand auf die Idee käme, deinen Namen irgendwo in den Bürgersteig zu hämmern, ohne dich vorher um deine Erlaubnis zu fragen? Wo dann, sorry, jeder Hund draufpinkelt? Was ist, wenn Menschen, die mit einem Stolperstein bedacht werden, viel lieber auch namentlich in Frieden ruhen würden, als dass Menschen, Hunde und Katzen ständig auf ihnen herumtreten? Die Namensrechte liegen bei den Ermordeten und ggf. ihren Nachkommen und nicht bei einem „bescheidenen“ Künstler, einem „sinnvoll“ sprechenden Bürgermeister oder einer zufrieden nickenden Zuhörerschaft. Die Aktion mag gut gemeint sein, aber „gut gemeint“ ist bekanntlich oft das Gegenteil von „gut“. Die Aktion ist unter Juden umstritten – und bemerkenswert ist daran allenfalls, dass das keiner merkt (merken will).

  6. Kann man sagen, dass die ermordeten Opfer des Naziterrors in weitestem Sinne „Personen der Zeitgeschichte“ sind?

    Dann bestünde ein besonderes Interesse der Gesellschaft daran, ihrer zu gedenken – und das kann in besonderer Weise auch in künstlerischer Weise ausgestaltet sein. Ich glaube, so ist das auch mit den von Terroristen ermordeten Nachkriegsopfern geregelt.

    Ich wage zu denken: man kann nicht nur die Gefühle der Angehörigen der Ermordeten in Betracht ziehen. Auch den unschuldigen Nachfahren der Nazi-Mörder, die derzeit hier wohnen und leben, sollte ein Recht zugestanden werden, ihrer Trauer über das angerichtete Leid angemessenen Ausdruck zu verleihen. Wenn man ihnen diese Anteilnahme in jeder Weise verweigert – und ich glaube, es wird ihnen vielfach verweigert, weil ein Mahnmal eben nie genug sein kann -, dann kann es nicht besser werden im Verhältnis der Völker.

  7. @Thomas, „Personen der Zeitgeschichte“ – das wäre wohl der Status, den man diesen Menschen geben müsste, wenn man sich ungefragt ihrer Namen bedienen will. Diese vielen Ermordeten sind aber keine Personen der Zeitgeschichte, es waren normale Bürger, die zu Lebzeiten nicht das „Scheinwerferlicht“ des öffentlichen Lebens gesucht haben. Und man hat ihnen diesen Status auch nicht nachträglich verliehen. Nein, hier wird einfach zu wenig nachgedacht.

    Das Trauer-Bedürfnis der Täter-Nachkommen in allen Ehren, aber die Ermordeten haben bereits alles, ihr Leben nämlich, gegeben. Warum sollten sie jetzt auch noch ihre Namen für das Einmeißeln in Bürgersteige hergeben? Ich verstehe, dass unter Deutschen ein Bedürfnis nach Gedenken bestehen mag, aber der ZWeck heiligt nicht immer die Mittel. Man kann die Namen der Ermordeten auch so verwenden, dass niemand darauf tritt, zum Beispiel, wie in Frankfurt, auf kleinen Täfelchen an der Friedhofsmauer.

  8. Liebe Anna,

    zu Thomas erklärst du sehr plausibel, dass die Ermordeten keine ‚Personen der Zeitgeschichte‘ sind sondern das Ausgesetzt-Sein im öffentlichen Raum in vielen Fällen womöglich bewusst vermieden haben. Ein wichtiger Gesichtspunkt, dankeschön.

    ‚Einwilligung nicht gegeben‘ jedoch: Das lese ich aber auch noch anders:

    Die Ermordeten haben ihr Einverständnis nämlich auch nicht verweigert … und die heutigen Verwandten dürfen sich nicht anmaßen, den Willen der Ermordeten zu kennen.

    Zusätzlich: Mir ist die aufrichtige und reife Persönlichkeit und die politisch-sittliche Glaubwürdigkeit des Künstlers ganz wichtig – und die ist in diesem Falle sehr gegeben. Eine halbseidene Figur, einen Narzissten, einen Karrieristen oder Schlimmeres – DAS fände ich unerträglich.

    Richtig mag sein, dass stärker gesagt werden muss, dass die Aktion unter jüdischen Menschen umstritten ist.

    Ich bin aber auch etwas ‚egoistisch‘ oder alltagsbezogen-sinnlich: Die erwähnten jüdischen Verwandten sind eigens zum Stolperstein-Verlegen angereist und ich ‚fürchte‘ oder jedenfalls vermute einen weiten Anreiseweg.

    Es mag sich auch ein Prozess der Meinungsbildung unter Juden entwickeln. Wenn ich wüsste, dass die Mehrheit der heutigen europäischen Juden der Aktion ablehnend gegenüber stünde, dann würde ich sicherlich für ein Auslaufen bzw. Abstoppen der Stolperstein-Aktion stimmen.

    Wäre das vielleicht akzeptabel: Ein Jahrzehnt – dann Einstellung der künstlerischen / geschichtsbewussten Aktion. Wenn Herr Demnig im großen Stil 2001 anfing, dann vielleicht bis 2011.

    Was aber, wenn bereits heute die Mehrheit der Juden Europas die Aktion unterstützt? Und Steine in Tschechien, Polen und Litauen wünscht?

    Vielleicht sollte man die Hinterbliebenen zuerst fragen, ja, und sich nach womöglichen Vorbehalten erkunden. Es sind andererseits schon jüdische Amerikaner angereist, die Stolpersteinfreunde (geblieben) sind.

    Ein brisantes Thema allemal.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jacques Auvergne
    (nicht jüdisch, Heimatforscher)

    Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine

    Gunter Demnig
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gunter_Demnig

  9. Es darf, keine Frage, nicht jeder „mit Ermordeten Kunst“ machen. Das müssen ganz seltene Ausnahmen bleiben.

  10. Natürlich kann ich die Einwände der (ungefragten) Hinterbliebenen sehr gut verstehen.

    Gleichzeitig empfinde ich es aber als grundsätzlich positiv, wenn gegen das Vergessen jedes einzelnen Ermordeten etwas getan wird.

    Dir mag ein Erinnern der Namen „auf Augenhöhe“ angenehmer sein… aber mir gefällt die Vorstellung, dass manch ein „ewig Gestriger“ beim Anblick der Stolpersteine den Blick senken muss.

    Keinesfalls, um auf die Ermordeten hinab zu schauen… vielmehr um zu realisieren, dass diese „Augenhöhe“ ihnen nicht zusteht.

  11. hallo anna,

    stolpersteine – ein schwieriges thema. ich werde mich spaeter (in meinem blogg) dazu aeussern, ok ? der beitrag duerfte etwas laenger werden, aber in der tendenz stimme ich dir zu.

    schoen uebrigens das du auch zu den leserInnen des medienspiegels gehoerst.

    ich bin etwas in eile denn heute startet wieder der schiur. thema: „einfuehrung in den talmud“. da will ich vorher noch ein bisschen lesen. auch wenn ich danach wieder das gefuehl habe nichts zu wissen.

    viele gruesse,
    der grenzgaenger

  12. Vor dieses Projekt gestartet worden ist, hätte es eine öffentliche Diskussion geben müssen – auch mit jüdischen Gemeinden / Initiativen.

    Dass die Stolpersteine in den Gehweg eingelassen werden, hat den simplen Grund, daß man dafür nur von einer Behörde die Erlaubnis braucht. Bei Häusern müßte man die Hausbesitzer fragen.

    Besonders übel finde ich, daß Günter Demnig jeden, der gegen sein Proekt kritisiert, als der rechten Szene nahe stehend abqualifiziert. So ist es auch mir gegangen.

    Er findet, daß seine Form des Gedenkens, die beste ist.

  13. Hallo, ich habe mit großem Interesse die Diskussion gelesen und möchte ein paar Anmerkungen machen. Die Leute, derer mittels eines Denkmals gedacht wird, sind meistens tot, bevor man ihre Einwilligung holen kann. Die Nachkommen kann man natürlich befragen und da ergäbe sich ein gespaltenes Bild. Ich kenne Juden, die die Idee durchaus gut finden und die Aktion sogar finanziell unterstützen. Und immerhin regen die Stolpersteine manch einen zum Nachdenken an, das ist auch nicht schlecht. Soweit ich beobachten kann, schreitet das Vergessen schnell voran.

  14. Nur ein Wort zum Thema Einwilligen: ich denke nicht, dass die Ermordeten sich darum gekümmert habem die hatten glaube ich andere Sorgen. Und die Tatsache dass keine Ablehnung vorliegt, begründet keine Zustimmung, in der Tat sind die Nachkommen berechtigt, die Zustimmung zu verweigern.


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