Verfasst von: Anna | 18. Februar 2008

Autokauf – aber nicht am Samstag

Von meinem 10 Jahre alten, treuen Auto werde ich mich trennen müssen – heute habe ich mir endlich ein neues gekauft :mrgreen:

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lustlos ich das „Projekt Autokauf“ schon seit einem Jahr vor mir hergeschoben habe. Unser Problem bei dieser Aktion war nämlich immer der Schabbat. Am Samstag, wenn man hierzulande Zeit hat und sich in Ruhe Autos angucken kann, ist für uns der Autokauf tabu. Und dafür jedes Mal einen Tag unter der Woche freinehmen – das geht vom Urlaubskonto ab und tut richtig weh. Nachdem ich in den letzten Wochen nach Feierabend schon in einigen Autohäusern vorsondiert habe, haben wir uns jetzt doch zwei freie Tage gegönnt und sind heute fündig geworden. Zum gewünschten Preis, in der anvisierten Ausstattung und auf Lager. Ein Volltreffer – ich bin rundum zufrieden, GESCHAFFT. Nur von den gefühlten 100 Autohäusern, den vielen untalentierten und wenigen talentierten Verkäufern, den absurden und den guten Angeboten muss ich mich heute abend erholen 😮

Advertisements

Responses

  1. Dacht ich mir heute morgen beim Frühstück noch: die Juden haben am Samstag Schabbat und können nicht raus. Und gleich drauf ist hier Sonntag – da geht dann auch wieder nix. Am Allerschlimmsten ist es wohl, wenn Heiligabend auf Sonntag fällt: dann ist Samstag Schabbat, Sonntags geht nix und dann kommen noch 1. und 2. Weihnachtstag, wo ebenfalls alles dicht ist.

    Aus der Warte habe ich unsere Pfarreiaktion „Rettet den Sonntag“ noch nie betrachtet 🙂

  2. Der Schabbat wäre für mich ein Grund zum Judentum überzutreten. Nie wieder am Samstag zu diesem Möbelhaus, nie wieder die Finger an Schrauben verwunden. Nie wieder Markttag am Samstag wo Tausend Idioten ihre Langeweile zwischen den Ständen verbrennen und übliche Mittwochseinkauf, anstatt einer halben Stunde, einen ganzen Tag braucht.

    Der Schabbat ist weise und gut.

  3. @Thomas, „können nicht raus“ klingt etwas arg schlimm, so weit geht es ja G-tt sei Dank nicht :-). Aber im Ernst, es gibt schon Kalender-Kombinationen, bei denen dann die halbe Woche nichts geht – zum Beispiel auch wenn Pessach kurz vor Ostern fällt. Da mutieren wir dann zu Organisationskünstlern.

  4. @Jochen, auf den allwöchentlichen Einkaufsstumult am Samstag kann ich in der Tat sehr gut verzichten. Normalerweile kommen wir auch mit Montag bis Donnerstag sehr gut zurecht, besonders jetzt, da viele Supermärkte bis 22 Uhr aufhaben (wobei bis 20 Uhr auch gereicht hat).

  5. hallo anna,

    der schabbat ist fuer mich eine der besten entdeckungen des gijur gewesen. vorher dachte ich „wie schrecklich, 25 stunden nichts tun duerfen“. inzwischen sehe ich schabbes als ein geschenk an. vom bund g“ttes mit dem volk israel mal abgesehen auch als ganz persoenliches geschenk um kraft zu tanken.

    @thomas: warum darf man am schabbat nicht raus ? ich gehe an jedem schabbat raus. zum beispiel in die schul 🙂

    liebe gruesse, schavua tov,
    der grenzgaenger

  6. @grenzgaenger, diese Ruhe kannst du dir aber auch am Sonntag einrichten, dafür braucht man den jüdischen Schabbat nicht. Es ist ja nicht so, dass es Christentum das Konzept des wöchentlichen Ruhetags nicht gäbe und wir keinen wöchentlichen Ruhetag in D hätten. Man muss die Sonntagsruhe nur richtig einhalten, dann hat man mindestens genauso viel und wahrscheinlich sogar noch mehr Entspannung, als wenn man am Samstag den Schabbat hält, während um einen herum der Einkaufstrubel tobt. Es ist nicht so einfach, über Jahre hinweg eine Fünf-Tage-Woche zu leben, wenn man gleichzeitig voll berufstätig ist, ohne mal einen ganzen Tag zu haben, um entspannt einzukaufen, das Auto zum Ölwechsel zu bringen, Möbel zu kaufen, Einladungen anzunehmen, etc. pp.


Kategorien