Verfasst von: Anna | 4. März 2008

Woche der Brüderlichkeit

Die „Woche der Brüderlichkeit“ geistert zur Zeit durch jüdische und andere Blogs. Mir fällt dazu beim besten Willen nichts ein. Ich fühle mich nicht angesprochen – so wie ich mich von den Veranstaltungen der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit grundsätzlich nicht angesprochen fühle.  Die Themen dieser Gruppen mit mehrheitlich christlichen Mitgliedern sind nicht meine Themen. Deshalb: kein Kommentar zur Woche der Brüderlichkeit.

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Responses

  1. Naja, mit uns hat die Wocher der BRÜDERlichkeit wohl auch nicht viel zu tun, Schwester 😉

  2. ich kann die kritische haltung nur bestaetigen. ich war ja gestern auf einer veranstaltung der christlich juedischen gesellschaft und kam mir etwas fehl am platze vor. bin auch nur hingegangen weil „mein“ rabbiner da etwas zu 60 jahre israel gesagt hat.

    ich habe mir das jahresheft der cjz gekauft (vor allem wegen der behandelten thematik 60 jahre israel) und war leicht entsetzt um ehrlich zu sein. gleich am anfang war ein beitrag von micha brumlik der forderte das rueckkehrrecht fuer juden zu streichen damit israel ein „land aller seiner buerger“ wird und nicht mehr ein juedischer staat ist. na herzlichen glueckwunsch. ob dieser beitrag an dieser stelle wohl ein zufall war ?

  3. @ Grenzgaenger

    Es gibt einen guten Weg, die Inhalte im Dialog der Religionen oder auch in der Darstellung des eigenen Glaubens zu verbessern: besser machen! (-:

    Persönlich finde ich es z.B. seltsam, warum sich die christlich-jüdische Woche nicht auch für Muslime geöffnet hat. Gemeinsam gegen Krieg und Terror, für einen fairen und sicheren Frieden zweier Staaten und nicht zuletzt für ein gelingendes Miteinander hier – solche Signale hätten Deutschland, Israel, Palästina und den Religionen gut getan. Finde ich.

  4. „einen fairen und sicheren Frieden“

    sorry, michael, aber ich glaube weder an einen fairen noch an einen sicheren frieden in dieser welt. wohin friedensverhandlungen in nahost gefuehrt haben sehen wir zur zeit eindrucksvoll im sueden israels. nein, ich glaube der „faire und sichere frieden“ bleibt einer anderen zeit vorbehalten.

    herzliche gruesse, schabbat schalom,
    der grenzgaenger

  5. „Persönlich finde ich es z.B. seltsam, warum sich die christlich-jüdische Woche nicht auch für Muslime geöffnet hat. Gemeinsam gegen Krieg und Terror, für einen fairen und sicheren Frieden zweier Staaten und nicht zuletzt für ein gelingendes Miteinander hier – solche Signale hätten Deutschland, Israel, Palästina und den Religionen gut getan. Finde ich.“

    ach, so weit würde ich erst mal gar nicht gehen. ich denke hierzulande wäre es mehr als angebracht, eine art „abrahamitischen“ dialog zu führen, nachdem ein nicht unerheblicher teil der bundesrepublikanischen bevölkerung muslime sind. aber offensichtlich ist leider das interesse abseits von gegeifere über das kopftuch recht gering.

  6. Als Verantwortlicher für Ökumene in unserem Pfarrgemeinderat kann ich da Anna eher zustimmen. Ökumene in jedweder Form kann auch was Zwanghaftes an sich haben: um Gottes willen nicht zugeben wollen, dass andere Menschen anders sind – und zwar schon von Kindesbeinen an. Und da man insgeheim das Anderssein der anderen so nicht akzeptieren will und öffentlich unheimlich auf „ich verstehe alles und davon möglichst viel“ machen möchte, bleiben nur die Zwangsvereinigungensstrategien übrig, die letztlich niemandem was bringen.

    Vor einer „Woche der Brüdelichkeit“ müßte statt dessen unbedingt der Wille stehen, dem anderen seine Weltanschauung so zu lassen, wie er sie haben möchte und wie er sie gewohnt ist – im Vertrauen darauf, dass das ja nicht wesentlich verkehrter sein kann als das, woran man selber glaubt. Eine „Woche der Brüderlichkeit“ wäre dann anschließend vollkommen unnötig.

    Also fragen wir uns: Wer braucht eigentlich eine „Woche der Brüderlichkeit“? Das sag ich lieber nicht, sonst gibt’s wieder großes Geschrei. Ich geh eben einfach nicht hin, sondern halte mit meinen – beispielsweise evangelischen – Freunden lieber ein Schwätzchen beim Aldi.


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