Verfasst von: Anna | 23. April 2008

Ein perfekter Sederabend

So formvollendet haben wir das zu Hause noch nicht hinbekommen: der Sederabend in der Gemeinde war vorbildlich wie aus dem Lehrbuch, sehr stilvoll und natürlich 150% koscher. Im Unterschied zu unseren Wenigkeiten hatte der Rabbiner selbstredend kein Problem damit, wann die Matzot aufgedeckt werden und wann man sie wieder zuzudecken hat. Bei uns zu Hause sorgen solche Kleinigkeiten alljährlich für muntere Verwirrung, weil bei uns 10 Leute mindestens 11 verschiedene Haggadot mit entsprechend verschiedenen „Regieanweisungen“ verwenden.

Und weil uns genau diese familiäre Kompomente gefehlt hat, wollen wir den Seder im nächsten Jahr doch wieder zu Hause machen. Vorausgesetzt, dass die Familie sich einmal nicht über die Feiertage geschlossen ins Ausland absetzt. Sonst müssten wir uns eben mal wieder bei der Familie in Israel einladen. Dort haben die Auswahl zwischen einem eher säkularen Seder, einem traditionell-orthodoxen Seder und sogar einem ultraorthodoxen Seder in Bnei Brak. 

Am Samstagabend war ich überrascht darüber, wie  viele Leute allein zum Seder in die Gemeinde gekommen sind, weil sie offensichtlich keine Familie hatten, mit der sie den Sederabend verbringen konnten. Das kenne ich aus eigener Erfahrung G-tt sei Dank überhaupt nicht. Ich habe sowohl in Deutschland wie auch in Israel eine sehr große jüdische Familie und muss auf keinen öffentlichen Sederabend zurückgreifen. Für die vielen Alleinstehenden, die dieses Glück nicht haben, war der Sederabend in der Gemeinde aber wirklich eine adäquate und schön gestaltete Alternative.

Noch ein paar schöne Pessach-Tage!

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