Verfasst von: Anna | 11. Dezember 2008

Hochzeit in Israel

Jüdische Hochzeiten kenne ich eigentlich aus dem Effeff. Trotzdem muss ich immer wieder heimlich grinsen, wenn es um die Größenordnungen geht. Eine Verwandte hat gestern „im kleinen Rahmen“ in einem wunderschönen Gan Eruim (eine Lokalität, die man speziell für solche Feierlichkeiten anmieten kann)  in der Nähe von Tel Aviv geheiratet und wir waren als „Delegation“ der deutschen Familie mit dabei. Wobei „klein“ in diesem Fall 350 Leute bedeutete bzw. „nur der engste Familienkreis und ein paar Freunde“. Eine „große“ Hochzeit, so die Brautmutter, wären an die 800 bis 1000 Leute gewesen, und das hätten die Kinder „leider“ nicht gewollt. An diese Dimensionen werde ich mich sicher nie gewöhnen. Ich weiß noch, wie zäh die „Verhandlungen“ zwischen uns, meinen Eltern und meinen Schwiegereltern waren, als es um die Gästeliste ging. Mein Schwiegervater hätte am liebsten seine eigenen Freunde und Arbeitskollegen eingeladen, für meine Eltern kam das überhaupt nicht in Frage und ich fand die Vorstellung, dass auf meiner Hochzeit mir unbekannte Menschenmassen auftauchen, einfach nur abartig. Am Schluss haben wir uns in der Mitte geeinigt und hatte eine „große deutsche“ bzw. eine „sehr kleine israelische“ Hochzeit mit rund 200 Gästen. Aber zurück zu gestern: Wir hatten einen tollen Abend mit fetziger orientalischer Musik, mit leckerem marokkanischen Essen und einem Rabbiner, der das orthodoxe Zeremoniell sehr geschickt mit dem säkularen Lebensstil des Brautpaares in Einklang gebracht hat.  Um 23 Uhr haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Damit waren wir nicht etwa die ersten, sondern fast schon die letzten. Die andern mussten schließlich am nächsten Morgen wieder arbeiten, wir hatten nur für heute nur einen Trip nach Tel Aviv  geplant. Und da sind wir heute auch gewesen.

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