Verfasst von: Anna | 4. Januar 2009

Israel-Krieg im Gazastreifen: einfach durchziehen und die öffentliche Meinung der Welt ignorieren

Wen interessiert eigentlich, was die Weltöffentlichkeit über den Krieg denkt, den Israel gerade gegen die Hamas im Gazastreifen führt? Mich jedenfalls nicht. Und meinen Mann und unsere sämtlichen jüdischen und israelischen Freunde genauso wenig. Warum auch? Israel wehrt sich gegen den dauernden Raketenbeschuss der Hamas. Dazu hat Israel das Recht und auch die Pflicht, wenn der Staat langfristig überleben soll. Wer das nicht begreift und wer in Israel  immer nur den bösen Kriegstreiber und in den Palästinensern immer nur die armen wehrlosen Underdogs sieht, der wird sich auch von den gut gemeinten Pro-Israel-Beiträgen nicht bekehren lassen, mit denen jetzt vor allem unsere nichtjüdischen Israel-Freunde wieder einmal das Internet überschwemmen. Das Engagement der Pro-Israel-Aktivisten schadet uns natürlich nicht, aber es nützt auch nichts – zumal man bei manchen Leuten traurigerweise eh nur den Eindruck hat, die jetzige Krise kommt ihnen gerade zupass, um wieder einmal schön ihre glühende Israel-Solidarität zu bekunden und ihren blinden Hass auf den Islam zu propagieren. Wie gesagt, ein paar proisraelische Stimmen in der Öffentlichkeit schaden nicht – aber sie bringen uns auch nicht weiter. Israel muss sein Überleben sichern, zur Not, wenn es nicht anders geht, auch mit Gewalt, und da ist es herzlich egal, ob die Welt das goutiert. Wirklich tragisch ist nur, dass wieder israelische Soldaten und unbeteiligte palästinensische Zivilisten zu Tode kommen. Doch so ist das Leben: fressen oder gefressen werden. Wenn die Welt das versteht: schön, wenn nicht: auch gut.

Advertisements

Responses

  1. herzlichen dank fuer deine klaren worte, anna. 100% zustimmung.

  2. […] 4 Januar 2009 at 18:07 | In Fremde Federn | danke an anna fuer ihre deutlichen worte […]

  3. Hallo Anna,
    ich bin gerade über verschiedene Ecke auf deinen Blog gestoßen.
    Werde öfter hier vorbeischauen,
    liebe Grüße.

  4. Hallo zusammen,

    In Tel Aviv demonstrierten mehrere tausend israelische Friedensaktivisten gegen das Vorgehen ihrer Regierung im Gazastreifen. Auf einem ihrer Plakate stand: „You want to stop Hamas? Give Gaza hope not war!“ Dieser Meinung möchte ich mich anschließen. Das jetzige vorgehen wird jedenfalls kaum ein mehr an Frieden bringen. 500 Tote bedeutet keine Schwächung der Hamas sonder eine Vermehrung des Hasses. Ich habe im türkischen Fernsehen einen palästinensischen Mann gesehen, der seine vier Töchter und seine Frau bei einem Angriff verloren hat – von Hab und Gut spreche ich mal gar nicht. Was kann man von diesem Mann erwarten?

    Nichts desto trotz will ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass ich es noch erleben darf, dass in diesem Teil der Erde irgendwann Frieden einkehrt…

  5. „Was kann man von diesem Mann erwarten?“

    man kann von diesem mann erwarten das er ursache und wirkung unterscheiden kann.

  6. „man kann von diesem mann erwarten das er ursache und wirkung unterscheiden kann“

    @grenzgaenger, kennst du eigentlich einen einzigen Palästinenser? Das sind auch Menschen und keine Tiere oder Sachen! Und da gibt auch anständige Menschen, wie in jedem Volk. Und von einem Menschen, der seine Frau und seine 4(!) Kinder verloren hat, kann man erst einmal gar nichts mehr erwarten, der ist jetzt nur noch Schmerz.
    Ich finde es wirklich höchst problematisch solche „coolen“ Meinungen zu vertreten, wenn man gar nicht dort lebt und von dem Konflikt überhaupt nicht betroffen ist. Israelis und Palästinenser werden weiter zusammen leben müssen, auch nach diesem Krieg. Und so einfach, dass die Israelis immer nur alles richtig machen und die Palästinenser immer alles falsch, so einfach ist das wirklich nicht.

    @Sumeyye, ist mir schon klar, dass dieser Krieg die Abneigung im palästinensischen Volk gegenüber Israel weiter anheizt. Ich hätte mir auch eine andere Lösung gewünscht, aber wenn es nicht anders geht … Jedesmal wenn ich in Israel bin, wünsche ich mir, dass es irgendwann einmal eine große grüne Grenze gibt und man mit dem Auto nach Ägypten und Jordanien (ok das geht ja, strenggenommen), Syrien, Libanon und zu den Palästinensern fahren kann. So ähnlich wie hier in Europa eben. Aber das werden wir wahrscheinlich nicht mehr erleben.

  7. @ grenzgaenger

    selbst ein sehr gebildeter, objektiv informierter Mensch kann in so einer Situation nur noch schwer irgendwas unterscheiden…

    und in diesem Fall finde ich die Unterscheidung von Ursache und Wirkung doch sehr schwer.

    @ Anna: In deinem Artikel ging es ja um die Meinung der Weltöffentlichkeit.

    Was ich persönlich hier interessant finde ist die unterschiedliche Wahrnehmung der Berichterstattung. Ihr sprecht davon, dass Israel immer nur als negativ und als Kriegstreiber bezeichnet werden würde – auf der anderen Seite höre ich aber oft genau das Gegenteil, dass die Berichterstattung bzw. der „Westen“ oder die „westlichen Regierungen“ einseitig auf Seiten Israels seien….

    So auch dieser Kommentar von http://www.tagesschau.de:
    http://www.tagesschau.de/kommentar/eugaza100.html

    Er fängt folgendermaßen an:

    Der Weihnachts- und Silvesterurlaub ist vorbei, nun werden Europas Politiker aktiv. Schließlich ist Israels Krieg gegen Gaza in seiner Heftigkeit ungewöhnlich: Bisher mehr als 500 getötete Palästinenser – so viele Menschen hat die israelische Besatzungsarmee im ganzen Jahr 2007 nicht getötet! Man muss kein Zyniker sein, um festzustellen: Hätte es sich um israelische Tote gehandelt, hätten Europas Chefdiplomaten ihren beschaulichen Jahresendurlaub unverzüglich abgebrochen.

    Ist diese Behauptung… Richtig? Falsch? Unsachlich?

  8. @Sumeyye, ich nehme die Berichterstattung gar nicht als so einseitig antiisraelisch wahr. Es gibt auch genügend sachliche Informationen, zumindest in Deutschland. Was mich so nervt, sind die euphorischen nichtjüdischen Israel-Lobbyisten, die das Internet mit ihren radikalen Ansichten überschwemmen und dann auch noch meinen uns damit etwas Gutes zu tun (also: Israel ist immer gut, Palästinenser sind immer schlecht; die Israelis sollen im Gazastreifen mal so richtig alles kurz und klein hauen, es trifft sowieso immer die Richtigen); dabei leben sie überhaupt nicht in Israel und laufen weder Gefahr, als Soldat auf dem Schlachtfeld zu sterben noch als palästinensischer Zivilist von einer Bombe erschlagen zu werden.

    Dieser Tagesschau-Kommentar ist wieder mal so ein echter Rohrkrepierer. Der Typ hat, bei allem Wohlwollen für Kommentatoren und ihre Meinungen, null Ahnung von dem was er schreibt. Israel ist seit 2005 raus aus dem Gazastreifen und insofern dort keineswegs „Besatzungsmacht“, Ägypten macht die Grenze zum Gazastreifen auch nicht auf, und von der EU lassen sich Israelis und Hamas eh nichts sagen (warum sollten sie auch?).

  9. Mir ist aufgefallen, dass man aus Ägypten laute Ermahnungen an Israel gehört hat, sie sollten mit der Aggression aufhören. Ich habe aber überhaupt nichts aus Ägypten gehört, als die Hamas ihre Raketen auf den Weg machte.

    Das macht mich doch recht nachdenklich.

  10. Ob dieser Mensch weiß wovon er spricht kann ich nicht beurteilen – denn ich war noch nie in Israel oder sonst wo im Nahen Osten. Aber Herr Kühntopp hat zumindest 5 Jahre in Tel Aviv gelebt… bis 2006 und seit dem ist er wohl in Amman. Einblick ins Geschehen sollte er also eigentlich haben – Aber das schützt natürlich nicht vor Einseitigen sichtweisen – das ist auch klar.

  11. „Aber das schützt natürlich nicht vor Einseitigen sichtweisen“

    hallo sumeyye,
    das ist keine „einseitige sichtweise“, sondern schlichtweg historisch falsch, zu behaupten 2008/9 sei israel im gazastreifen besatzungsmacht.
    ich denke, ein journalist/ reporter hat eine grosse verantwortung. was er berichtet, hören viele menschen und machen sich ihr entsprechendes bild nach den informationen, die sie bekommen. da erwarte ich dann schon ein hohes mass an historischer bildung und auch vorsicht, was einschätzungen etc. angeht.

    was den mann angeht, der seine frau und kinder verloren hat – ja, das tut mir weh, wie es mir überhaupt immer weh tut, wenn menschen in gewaltsamen konflikten ums leben kommen. und das kann ich auch so stehen lassen, ohne anzufügen, wie meine persönliche politische sichtweise auf die dinge ist.

    ich hoffe, die menschen, die angehörige verloren haben oder verletzt wurden, finden in der zukunft trost und möglichkeiten, die geschehnisse zu verarbeiten. wie es zum beispiel den eltern des (von palästinensern) ermordeten kindes kobi mandel gelungen ist, die sich nach dessen tod vermehrt für andere menschen einzusetzen und damit nicht zuletzt für eine verbesserung der welt.

    vermutlich würde das in einer demokratie leichter gehen, und so hoffe ich, dass nach den kämpfen ernsthafte reflektionen gespräche beginnen können (untereinander und mit den israelis), die ein wirkliches fenster in eine lebbare zukunft öffnen.

  12. Kriegspaparazzi gefällig? Hochdotierte Fotographen jagen „Kunst“ auf der Suche nach baldigen Auszeichnungen: http://www.boston.com/bigpicture/2008/12/israel_and_gaza.html

  13. Hallo Anna,

    naja – ganz so historisch falsch finde ich es nun nicht:

    „September 2005: Israel zieht seine Truppen ab, und auch 8500 jüdische Siedler müssen den Gaza-Streifen verlassen. Israel behält jedoch die Kontrolle über den Luftraum, die Küstengewässer und die Grenzübergänge. Die Palästinenser und einige israelische Juristen erklären daher, dass Israel noch immer Besetzer des Gaza-Streifens ist.“

    (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,598703,00.html)

    Das heißt man könnte zumindest darüber Diskutieren, was es nun wirklich unter Besatzung zu verstehen ist.

    Aber das will ich gar nicht (Diskutieren) . Denn das bringt ja doch nichts – und schon gar keinen Frieden. Ich besuche diesen Blog in erster Linie um auch Meinungen von Seiten der Juden und der Israelis zu hören – ich versuche zu verstehen und will eigentlich gar nicht diskutieren.

    Liebe Grüße Sümeyye

  14. Hallo !!

    Also wenn der krieg sich verschlimmert sollte Israel von Syrien und von libanon aus auch noch angegriffen werden, sollte Israel die Atombombe nutzen, den den terror muss einer mal ein ande setzen. Meine meinung nach !!!

    shalom Israel

  15. Mariusz, das ist menschenverachtend. Du hast anscheinend keine Ahnung, was eine Atombombe anrichtet. Oder willst du uns gleich mit vernichten?

  16. „Schmeißt Israel ins Meer!“ solange die Umwelt
    Israels so denkt und spricht (und irgendwann auch
    so handeln will – übrigens spätestens seit 1948)
    wird Israel nicht anders handeln können, wie es jetzt geschieht. Alle Kriegsopfer tun mir sehr leid, aber ich kann absolut nichts anders tun als den Shalom Gottes wünschen und leben.

  17. Guten abend Anna !!

    Nein, das nicht, also dass ich gleich alle vernichten möchte, aber israel muss den terror ein absolutes ende setzen. Ich bete trotzdem zu Gott das er seine Hand über sein volk hält und es schützt. Shalom Israel

    [politischer Aufruf gelöscht].

    Mariusz

  18. Ach ja, nochmal an Mariusz! Lieber komme ich selbst durch eine Atombombe um, als die schuld auf mich zu nehemen selber eine gezündet zu haben! Lass Dir das mal durch den Kopf gehen du Genie!

  19. @mariurz: eine atombombe ??? also. ich bin ja selbst fuer entschlossene loesungen. aber eine atombombe ist schlicht kontraproduktiv. weil sie naemlich auch israel vernichten wuerde. ausserdem kann ich nicht die zerstoerung des iranischen atomprogrammes (also einen miltaerschlag gegen den iran – BEVOR der die gelegenheit hat eine atombombe auf israel zu werfen – fordern und gleichzeitig israel dazu aufrufen eine atombombe zu zuenden. ich bin aber bewusst der kampagne „stop the bomb“ beigetreten.

    http://de.stopthebomb.net/index.php?id=62&L=0


Kategorien