Verfasst von: Anna | 7. Februar 2009

Modetrend Tattoo: hab ich da was verpasst?

Eine neugierige Frage an meine wissenden Leserinnen: wie angesagt sind eigentlich gerade Tattoos unter Frauen? Seit ich in ein Fitness-Studio gehe und die Mädels auch unter der Dusche zu Gesicht bekomme, habe ich das Gefühl, alle 20-30jährigen laufen mit tätowierten Rücken durch die Gegend. Gestern Nacht hab ich sogar schon von so einem Mega-Tattoo auf meinem eigenen Rücken geträumt. Ein Alptraum, wie er im Bilderbuch steht. Ich würde es im Leben nicht übers Herz bringen, mich mit so einem Gekritzel zu verunstalten. Aber gut, die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Das Fitness-Studio ist jetzt übrigens keines, wo sich die soziale Unterschicht tummeln würde, ganz im Gegenteil: da geben sich die Töchter der gut situierten Eigenheim-Familien einer deutschen Kleinstadt die Klinke in die Hand.  Daher meine Frage: Ist Tätowieren unter Frauen mittlerweile wirklich so weit verbreitet, oder will in diesem Fitness-Studio bzw. auf diesem Dorf einfach nur die eine haben, was die andere auch hat?

Nur so nebenbei: im Judentum ist Tätowieren verboten. Was jetzt aber nicht heißt, dass man sich in Israel kein Tattoo machen lassen könnte: es gibt diese schummrigen Tattoo-Studios in jedem hippen Einkaufszentrum, das etwas auf sich hält :mrgreen:

Advertisements

Responses

  1. Eine grässliche Unsitte! Eine meiner Kolleginnen kam neulich mit einer Art Verband um den Arm – nein, sie hatte sich nicht verletzt, sondern wohl nur eine Menge Vaseline auf ihr neuestes Riesentattoo geschmiert…
    Und auch die würde ich nicht zu „Unterschicht“ zählen, noch dazu ist sie über dreißig. Ich verstehs‘ nicht.

    I.Ü.: auch im Islam ist Tätowieren nicht erlaubt. 😉

  2. Tattoos unter Frauen sind angesagt???

    Es gibt auch nicht-tätowierte Männer, und die machen’s auch gern. Es drängt mich, das hier mal festzuhalten.

  3. dann doch lieber Hennas- die gehn wenigstens ab!
    Aber echte Tatoos? Eine Bekannte hatte sich mit 19 ein Arschgeweih machen lassen- heute ist ihr das richtig peinlich! – ist mir eine Lehre!
    Aber zu einigen Leuten passt es halt einfach.

  4. Hallo,

    ich habe letzte Woche auch in einem Fitnessstudio für Frauen angefangen… Allerdings gehe ich da nie duschen. Ich ziehe meine Trainingsklamotten immer unter Rock und Mantel schon an – und lasse sie auch nach dem Training an. Umziehen und duschen mache ich immer zu hause. Im Islam darf man sich nämlich auch vor anderen Frauen nicht völlig nackt ausziehen… und da haben ja die meisten deutschen Frauen gar keine Hemmungen (hatte ich früher auch nicht) – und deswegen versuche ich meinen Aufenthalt in den Umkleidekabinen so kurz wie möglich zu halten…

    Deswegen kann ich zu der Frage mit den Tatoos nicht viel sagen – außer, dass es (wie schon erwähnt) im Islam auch nicht erlaubt ist und ich es außerdem absolut nicht schön finde…

    LG Sümeyye

  5. Alle gehen auf einmal ins Fitness-Studio, „journaliya“ hat da neulich auch drüber geschrieben :mrgreen:

    *jetzt lesen die Männer bitte mal woanders weiter*:
    „Im Islam darf man sich nämlich auch vor anderen Frauen nicht völlig nackt ausziehen… “ Du, da denke ich jedesmal dran, wenn ich dort dusche. Bei uns ist das ja nicht so streng, aber im Grunde finde ich die islamische Regelung besser. Dass die deutschen Frauen total locker drauf sind, hab ich auch schon bemerkt. Die haben es mit dem Anziehen nach dem Duschen noch nicht mal eilig und halten so wie sie sind lieber ein Schwätzchen. Einfach irre!

  6. zum Thema Tattoo möchte ich folgendes beitragen: ich habe selber mal darüber nachgedacht ob es was für mich wäre, bin aber zu einem negativen Endergebnis gekommen

    1. ich würde es nicht an einer tagtäglich sichtbaren Stelle machen können wegen meines Jobs
    2.auf dem Rücken find ich irgendwie blöd denn da habe ich ja garnichts davon – denn wenn ich mir ein tattoo stechen lassen würde sollte es an einer Stelle sein die ich sehen kann, denn ich mach das ja nicht für andere sondern für mich

  7. „auf dem Rücken find ich irgendwie blöd denn da habe ich ja garnichts davon “

    Ja, das ist ja mal ein Argument. Ich merke, du hast dir echt Gedanken dazu gemacht :mrgreen:

    Vorhin sind mir bei einem Discounter solche aufklebaren Tatoos in die Hände gefallen. Die waren zusammen mit Makeup, Lippenstift & Co. in so einem „Beauty-Set“ verpackt. Das scheint also tatsächlich gerade voll der Hit zu sein.

  8. Eines ist mir bei den Kommentaren aufgefallen, und es würde mich eure Meinung dazu interessieren. Summeye82 und Anna schreiben von den „deutschen“ (Nationalität) Frauen im Kontrast zu den muslimischen und jüdischen (Religionszugehörigkeit!). Summeye82, ich nehme an Deine Familie hat einen Migrationshintergrund, insofern macht Deine Wortwahl Sinn. Mir ist dabei nur aufgefallen, wie oft Religion und Nationalität in einen Topf geworfen werden. Geht Euch das auch so? Anna, wird bei Dir, weil Du jüdisch bist, automatisch angenommen, daß Du Israeli bist? Ich habe Jahre gebraucht, meiner Familie beizubiegen, daß mein Mann zwar jüdisch ist, Familie in Israel hat, aber ansonsten genauso deutscher Staatsbürger wie ich ist. Woher kommt Eurer Meinung nach diese „sprachliche Unschärfe“? Warum spricht man einen deutschen Juden sofort (und oft vorwurfsvoll) auf israelische Politik an? Ich versuche das immer sauber zu trennen, und dabei ist mir aufgefallen, daß das auch oft von jüdischen Organisationen und prominenten deutschen Juden (in Medienbeiträgen) nicht gemacht wird. Wie seht ihr das?

  9. @Karen, ich versuche eigentlich schon zu trennen zwischen jüdisch, deutsch und israelisch. Ich selbst definiere mich auch ausdrücklich als Deutsche und Jüdin, und nicht als jüdische Deutsche oder deutsche Jüdin oder was auch immer. Die Schwierigkeiten, die es mit der Unterscheidung zwischen Religion und Staatsangehörigkeit gibt, kenne ich aber auch – aber zum Glück nur vom Hörensagen. Mein Mann ist ja von Haus aus Israeli und wurde vor ein paar Jahren hier in D eingebürgert. Seitdem bezeichnet er sich konsequent als Deutscher und macht insofern auch unbedarften Zeitgenossen klar, dass da ein Wechsel der Nationalität stattgefunden hat, während die Religion gleich geblieben ist :mrgreen:

  10. Guten Morgen,
    naja-von jüdischen Organisationen wird ja leider zwangsläufig auch oft israelische Politik mit Vehemenz vertreten, so dass es da schon Schwierigkeiten gibt, das auseinanderzuhalten.
    Und da es in Deutschland kaum Verständnis für Muslime gibt, wird man als konvertierte Deutsche, praktisch ausgebürgert.
    Äh-aber das Thema war ja grad ein anderes. Also ich dachte, das Tätowieren wär langsam wieder aus der Mode? Im shiitischen Islam wird das nicht so eng gesehen, aber ich bin aus dem Alter sowieso raus und stell mir hin und wieder mal vor, wie das A..geweih dann im fortgeschrittenen Alter so aussieht. Ne, näch?
    Henna auf die Hände hab ich mir aber auch schon mal machen lassen, :-).


Kategorien