Verfasst von: Anna | 24. September 2009

Mit dem Chef allein im Raum

Personalgespräche sind vertraulich und werden hinter geschlossener Tür geführt. Und was geht mir bei dem Gedanken an so eine Situation durch den Kopf? Dass ich dabei mit meinem Chef allein in einem Raum sitze. Nicht, dass ich Angst vor diesem eigentlich sehr sympathischen Zeitgenossen hätte. Er ist ein feiner Mensch und der beste Chef, den ich in all meinen Berufsjahren erlebt habe. Aber nach halachischen Prinzipien ist es nicht ganz unproblematisch, wenn eine Frau und ein Mann, die nicht miteinander verheiratet sind, allein in einem Raum sind. In solchen Fällen lässt man normalerweise die Tür einen Spaltbreit offen stehen. Nur bei einem vertraulichen Personalgespräch geht das eben nicht. Darüber habe ich nachgedacht, während ich mit meinen Kolleginnen zusammen gesessen habe und die beiden anderen sich nervös darüber unterhalten haben, was bei diesem sogenannten Jahresmitarbeitergespräch (das auch in meiner Firma seit Neuestem der Hit ist) wohl mit jedem einzelnen von uns so besprochen werden wird. Und da habe ich dann wieder einmal sehr deutlich gespürt, dass ich doch manchmal etwas anders „gepolt“ bin.

Advertisements

Responses

  1. Kann denn nicht die Seketärin mit rein, die hat doch eine Schweigepflicht. Ich denke man könnte auch die Türe offen lassen, denn es ist Dein Recht die Türe zuzuhaben nicht eine Pflicht

    Lg Dane

  2. LIebe Anna
    in diesem Fall kann man seinen Rav eine Schejle fragen, was zu tun ist.
    Es kann sein, dass dein Ehemann in der gleichen Stadt ist , oder dass jederzeit jemand den Raum betreten könnte usw. Das gibt eine neue Ausgangslage.

    Shana tova we gmar chatima tova

    Rachel

  3. „Es kann sein, dass dein Ehemann in der gleichen Stadt ist , oder dass jederzeit jemand den Raum betreten könnte“

    @Rachel, genau so war es ja auch. Ich denke, damit kann man alle diese Situationen meistern, in denen vertrauliche Gespräche unter vier Augen geführt werden, denn hereinkommen ja wirklich jederzeit jemand. Dir auch Shana tova u-gmar chatimah tovah!

  4. @Dane, ehrlich gesagt, auf so eine Idee bin ich überhaupt noch nicht gekommen. Aber ich glaube kaum, dass dieser Mann meine wahren Beweggründe verstanden hätte. Wahrscheinlich hätte er gedacht, ich traue ihm nicht über den Weg, und das wäre mir dann wieder nicht recht gewesen.

  5. Viel schlimmer wäre, wenn er Mitleid hätte und Dich für eine der armen Unterdrückten halten würde. Darüber hatte ich nicht nachgedacht wie es auf Deinen Chef wirken könnte

    LG Dane

  6. „und Dich für eine der armen Unterdrückten halten würde“

    LOL! Darauf bin jetzt auch nicht gekommen :mrgreen:

  7. „….Aber nach halachischen Prinzipien ist es nicht ganz unproblematisch, wenn eine Frau und ein Mann, die nicht miteinander verheiratet sind, allein in einem Raum sind…..“

    mich interessiert die halachischen Prinzipien…obwohl manche die Situation verhamlosen, finde ich :

    „…In solchen Fällen lässt man normalerweise die Tür einen Spaltbreit offen stehen…..“

    gute Vorschlag.

  8. Im Islam ist es auch geraten, die Tür einen Spalt auf zu lassen. Denn man sagt, wenn eine Frau und ein Mann alleine sind, ist der Dritte der Teufel. (gilt natürlich nicht bei Eheleuten)

  9. „ist der Dritte der Teufel“

    @Yasmina, das hab ich schon mal gehört, hört sich zwar etwas drastisch ab, trifft es aber irgendwie gut.

  10. Das stimmt, das hört sich wirklich drastisch an. Vorallem im heutigen deutschen Sprachgebrauch erinnert das ans Mittelalter. Ist ja sinnbildlich gemeint.


Kategorien