Verfasst von: Anna | 12. Januar 2010

Nachbarn

Seit ein paar Wochen habe ich wieder so eine Phase, in der einfach nur furchtbar viel zu tun ist. Beruflich bin ich ständig auf Achse, den Trolley packe ich nur noch um und nicht mehr aus. Jede Woche habe ich einen Termin in einer anderen Stadt, mal in Deutschland, mal im Ausland. Schlafen im eigenen Bett ist ein Luxus, den ich regelmäßig nur am Wochenende genießen kann. Und womit werden mir diese paar freien Stunden dann noch versüßt? Mit einem neuen Nachbar, der am Samstagmorgen in aller Frühe seinen Schnee auf unserem sauberen, vom Räumdienst geputzten Bürgersteig ablädt. Zwischen den Autos sei ja kein Platz, erklärte er meinem Mann, der ihn aus dem Küchenfenster heraus zur Rede stellen wollte. Muss ich erwähnen, dass der Typ den Schneeberg nicht wieder entfernt hat? Natürlich nicht. Y. hat ihn nach seiner Rückkehr aus der Synagoge eigenhändig beseitigen müssen – und zurück auf den Bürgersteig des Nachbarn befördert.  Seitdem ist der Andere zutiefst empört und beleidigt. Leute gibt’s, tststs.

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