Verfasst von: Anna | 30. Oktober 2010

Gelungene Integration?

Angela Merkel hat die jüdischen Gemeinden in Deutschland als positives Beispiel für eine gelungene Integration gewürdigt. Die Bundeskanzlerin war halt noch nicht dabei, wenn Rabbiner  am Ende von Jom Kippur in von Steuergeldern finanzierten deutschen Synagogen die israelische Nationalhymne anstimmen. Oder wenn am Schabbat das Gebet für den Staat Israel und die israelische Armee gesprochen wird. Ich habe da nichts dagegen, aber ich kann auch echt kein Bekenntnis zum deutschen Staat im Sinne einer „gelungenen Integration“ erkennen.  Und dass mir jetzt niemand mit der besonderen Bedeutung des Staates Israel für Juden kommt. Dass es auch anders geht, sieht man in Großbritannien: dort betet man in den Synagogen für die Queen. Ich kann das politisch korrekte Gefasel unserer Politiker nicht mehr hören.

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Responses

  1. Das hat wahrscheinlich historische Gründe, Anna.
    Früher wurde für das Wohl Deutschlands gebetet und z.B. für den Kaiser.

  2. Agree! Mehr muss man nicht sagen…

    V.

  3. In Frankreich wird auch für das französische Volk und die französische Regierung (jeden Schabbat) gebetet. Israelische Nationalhymne am motzei YK finde ich ein bisschen krass (wo ist denn da der Zusammenhang?); allerdings haben meine Kinder auch lange geglaubt, hatikvah sei soetwas wie die amida, weil die sich sozusagen nahtlos an das Schulgebet anschliesst und man ja schliesslich auch aufstehen muss…Grüsse aus der französischen Parallegesellschaft 🙂

  4. angela merkels beitrag ist doch gefasel. da muss man doch im grunde gar nicht drauf eingehen.
    grundsätzlich wird ja in deutschland einerseits die integration (jüdischerseits) gerne herbeigeredet, während andererseits den „anderen“ (den muslimen) der wille zur integration doch allzugerne und allzuleicht abgesprochen wird. zwei seiten einer medaille.

  5. […] Bezogen auf die Festveranstaltung der Juedischen Gemeinde in Berlin, wo auch Kanzlerin Merkel eine Rede hielt, und die ‘gelungene Integration der Juden’ lobte, schreibt die deutsche Juedin Anna in ihrem Blog Mittendrin: Angela Merkel hat die jüdischen Gemeinden in Deutschland als positives Beispiel für eine gelungene Integration gewürdigt. Die Bundeskanzlerin war halt noch nicht dabei, wenn Rabbiner  am Ende von Jom Kippur in von Steuergeldern finanzierten deutschen Synagogen die israelische Nationalhymne anstimmen. Oder wenn am Schabbat das Gebet für den Staat Israel und die israelische Armee gesprochen wird. Ich habe da nichts dagegen, aber ich kann auch echt kein Bekenntnis zum deutschen Staat im Sinne einer „gelungenen Integration“ erkennen.  Und dass mir jetzt niemand mit der besonderen Bedeutung des Staates Israel für Juden kommt. Dass es auch anders geht, sieht man in Großbritannien: dort betet man in den Synagogen für die Queen. Ich kann das politisch korrekte Gefasel unserer Politiker nicht mehr hören. (Quelle) […]

  6. Sehr mutiger Beitrag, zumal das Gespenst der „double loyalty“ schon kalt lächelnd hinter der Ecke wartet ;-).

  7. […] den USA zurück in heimatliche Gefilde: Anna fragt: Angela Merkel hat die jüdischen Gemeinden in Deutschland als positives Beispiel für eine […]

  8. Soviel ich weiss betet man in allen Synagogen nach ashkenasischen Ritus für das Wohlergehen der Regierung bzw. des Staatsoberhauptes. In England ist das die Queen, in kknien war das Kaiser Franz Joseph & Frau & Thronfolger & frau, in Republiken sagt man die „Regierung z.B der Bundesrepublik“.

    Das wurde irgendwann auf geheiss irgend einer Regierung bzw. eines Herrschers eingeführt, und jetzt ist es halt drinnen im Nussach.


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